Zeichnerlehrlinge in der Küche
Bärlauchspätzli, Kartoffelspiessli und Trübelichueche machen so richtig gluschtig auf 38 Schlemmerrezepte, die Seraina Borer und Claudio Börlin anlässlich ihrer Maturitätsarbeit in einem Kochbuch zusammengestellt haben.

Ausgerechnet der Unfug, Erdbeeren zur Fasnachtszeit anzubieten, brachte die beiden Zeichnerlehrlinge zum Entschluss, ihre Maturitätsarbeit einem Kochbuch zu widmen. Dazu sollen ausschliesslich Schweizer Produkte und unbedingt saisongerecht verwendet werden. «Wir empfehlen Rhabarberkonfitüre mit Holunderblüten im Mai, Kirschenomeletten im Juni und Tomaten-Bruschetta im August», finden die sympathischen Jugendlichen. Eine Saisontabelle im Anhang des Buchs gibt Auskunft über die regionalen Produkte.
Seraina Borer aus Liesberg und Claudio Börlin aus Rünenberg sind 19-jährig, absolvieren beide eine Zeichnerlehre mit zusätzlicher Berufsmaturität. Sie arbeiten in verschieden Firmen, sehen sich immer in der Schule und sind in der Freizeit viel zusammen. Seraina trainiert Jazztanz und Claudio spielt Golf.
Hoch motiviert, mit einem Schuss Ehrgeiz und Perfektion, haben sie sich im April diese Jahres an die Arbeit gemacht und alte Rezepte von Verwandten und Bekannten zusammengetragen. «Wir suchten Rezepte mit viel Gemüse und Früchten aus unseren Gärten und wenig Fleisch», erklärt Seraina. Beide haben eine Vorliebe für Süssspeisen, die in ihrem Kochbuch dann auch nicht zu kurz kommen.
Wie wärs mit einer Rosenblütenroulade? Das Rezept einer normalen Roulade mit Erdbeeren wird in ihrem Kochbuch «Heimatland mir choche saisonal!» genau beschrieben. Speziell daran ist aber der Zucker, der mit einer Handvoll getrockneten und ungespritzten Rosenblütenblätter gemischt und ab und zu geschüttelt wird, damit sich der Duft im Zucker verbreitet. Selbstverständlich können für die Roulade auch andere Früchte verwendet werden. Eine Spezialität von Grossmutter Borer: Der «Öpfeldanngi», eine raffinierte Kombination von Kartoffelstock und Apfelmus.
Das Kochbuch ist sorgfältig zusammengestellt, übersichtlich und mit einer Ringspirale gebunden. Die Bilder sind von vorzüglicher Qualität und animieren dazu, die Rezepte sofort auszuprobieren. Beide fotografieren gerne und beweisen mit viel Gespür auch ihre grafischen Fähigkeiten. Wer althergebrachte Rezepte mit frischen Gartenzutaten liebt, sollte sich dieses Buch wirklich gönnen. Die erste Auflage von 250 Exemplaren ist schon verkauft. Kein Wunder, wurde die Maturitätsarbeit mit der Note 5,75 belohnt.


