Wohnhäuser provozieren Widerstand

An der Gemeindeversammlung von Laufen legte der Stadtrat drei Quartierpläne auf, um an diesen Standorten Wohnhäuser bauen zu lassen. Die Amthausscheune soll für öffentliche Vorhaben renoviert werden.

Amthausscheune: Hier soll bald gebaut werden.  Foto: Martin Staub
Amthausscheune: Hier soll bald gebaut werden. Foto: Martin Staub

Die Letzten beissen die Hunde. So ergeht es den letzten Bauplätzen in Laufen, die der Stadtrat für kleinere Überbauungen vorgesehen hat. An der Amthausgasse möchte der Stadtrat die beiden Parzellen links und rechts der Amthausscheune verkaufen und die Amthausscheune gleichzeitig für einen Betrag von 2,3 Mio. sanieren. Für die beiden Landparzellen mit 1200 Quadratmetern erhält die Stadt 1,243 Mio. Franken. Die Käuferin, die Immobiliengruppe Priora in Basel, verpflichtet sich, die beiden Parzellen innerhalb von zwei Jahren zu überbauen und weitere 50 000 Franken an die aufgelaufenen Planungskosten zu bezahlen. Falls die Überbauung nicht realisiert wird, fällt das Land an die Stadt zurück. Matthias Herzog verlangte an der Gemeindeversammlung, auf den neu erstellten Quartierplan für die Überbauung nicht einzutreten. Das früher so stur angewendete Altstadtreglement sei plötzlich nicht mehr aktuell, die Gebäudehöhen seien überschritten und die neu erlaubten Flachdächer gehörten nicht ins Stadtbild. Seinen Antrag lehnten die 203 Stimmberechtigten klar ab. Für den Umbau der Amthausscheune, die zukünftig die Stedtlibibliothek und die Musikschule aufnehmen soll, bezweifelte Ruedi Schmidlin, dass der Betrag von 2,3 Mio. Franken ausreiche. Er verlangte, eine Variante auszuarbeiten, die den Abriss der Scheune und einen Neubau mit kommerzieller Nutzung beinhalte. Sein Antrag wurde nur von 33 Stimmberechtigten unterstützt. In der Schlussabstimmung wurden der neue Quartierplan, der Verkauf der beiden Parzellen und ein Projektierungskredit für den Umbau der Amthausscheune in der Höhe von 110 000 Franken bewilligt.

Weniger umstritten war der Quartierplan an der Viehmarktgasse, der für zwei Wohnbauten abgeändert werden soll. «Das Stadtbild am Viehmarktplatz ist für unser Stedtli nicht sehr einladend», sagte Stadträtin Lilly Kuonen Reber. Mit zwei Neubauten solle das Stedtli attraktiver gemacht werden. Einzig die Auffahrt der Tiefgarage, die Rolf Richterich bemängelte, bewog ihn, den Quartierplan zurückzuweisen. Die Versammlung ging auf seinen Antrag nicht ein und hiess das Geschäft gut.

Weit hitzigere Diskussionen verursachte die Überbauung des Kirchgartens. Die Römisch-Katholische Kirchgemeinde als Besitzerin der Parzelle mit 12 100 Quadratmetern, welche heute als Spielwiese benutzt wird, möchte das Areal von der Pensionskasse des Kantons Luzern mit sechs Mehrfamilienhäusern und 70 Wohnungen überbauen lassen. Die Kantonale Arealbaukommission würdigte die gelungene Integration ins Quartier und die verdichtete Bauweise. Architekt Matthias Herzog verurteilte den Quartierplan, weil 37 Punkte die bisherigen Bauvorschriften missachten. So seien unter anderem die Grenzabstände und Gebäudehöhen nicht eingehalten, die Verbindung Pfarrheim-Kinderheim nicht gewährleistet und die Autoeinstellhalle ausgerechnet gegen die Nachbarschaft entlüftet. Die Zufahrt zur Einstellhalle über die Weststrasse sei ungenügend und nicht ausgegoren, meinte Kurt Hirsch. Den Ausbau der Strasse müssten schliesslich alle Anwohner mittels Perimeterbeiträge bezahlen. Trotz vielen Gegenanträgen wurde der Quartierplan Kirchgarten bewilligt. Es war bereits 23.30 Uhr, weitere sechs Traktanden standen auf der Liste! Trotzdem brach Leiter Daniel Scholer die Versammlung ab. Harsche Kritik erntete der Stadtrat von August Imhof, der eine solche Mammut-Gemeindeversammlung verurteilte.

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