Wohnen in historischen Gemäuern

In der 1578 erbauten Fürstenmühlescheune sollen bis Ende Jahr zwei Eigentumswohnungen und sechs Mietwohnen entstehen. Das verwahrloste Schaltenbrandhaus blüht mit einem intakten Dachstock und einem unvergleichlichen Mauerwerk auf.

Vor historischen Gemäuern: v.l. Architekten Nicolas Goetz und Urs Eggenschwiler sowie Stiftungsrätinnen und -räte Lilli Kuonen, Marco Pirelli und Brigitte Bos. Foto: Jürg Jeanloz
Vor historischen Gemäuern: v.l. Architekten Nicolas Goetz und Urs Eggenschwiler sowie Stiftungsrätinnen und -räte Lilli Kuonen, Marco Pirelli und Brigitte Bos. Foto: Jürg Jeanloz

Was kaum mehr für möglich gehalten wurde, war am Wochenende Tatsache. Die Fürstenmühlescheune, eines der ältesten Bauwerke in Laufen, konnte der Bevölkerung im erneuerten Rohbau präsentiert werden. Möglich gemacht hatten es die Mitglieder der Hans Schaltenbrand Stiftung Brigitte Bos, Lilli Kuonen und Marco Pirelli sowie die beiden Architekten Urs Eggenschwiler und Nicolas Goetz. In vielen Sitzungen wurde ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet, wie das Haus sinnvoll genutzt werden kann. Es sei eine Herausforderung gewesen, sagte Stiftungspräsidentin Brigitte Bos, aber gleichzeitig hätten sie es auch als Auftrag verstanden, der Nachwelt dieses herrliche Steinhaus in der Vorstadt zu erhalten.

Zwei Maisonettewohnungen mit Wohnräumen im Parterre und 1. Stock, eine Wohnung im 1. Obergeschoss, zwei Studios und eine Wohnung im 2. Stock und zwei zweigeschossige Eigentumswohnungen im Dachstock nutzen das Haus optimal. Die Fensterfronten befinden sich fast alle auf der Rückseite des ehrwürdigen Gebäudes und garantieren Ruhe und Behaglichkeit «Die Türrahmen mit einer Höhe von 1,9 m bleiben im Original erhalten», erklärt Lilli Kuonen auf einem Rundgang über viele Treppen und Gängen. Wer grösser sei, müsse sich halt bücken, schiebt sie lächelnd nach. Komfort muss trotzdem sein, denn ein Lift sieht in den Eigentumswohnungen sogar zwei Haltestellen vor!

Dass die Denkmalpflege ein wichtiges Wort mitzureden hatte, versteht sich von selbst. Sogar die Archäologie Baselland schaute zum Rechten, dass an der Delsbergerstrasse 52 mit ihrem markanten Scheunentor und den mittelalterlichen Mauerzügen alles so bleibt. Einzig ein neues Dach wurde auf die alten Binder aufgesetzt.

Hans Schaltenbrand, letzter Besitzer und ehemaliger Fotograf, hätte sicher Freude, wenn er diesen gelungen Umbau erleben könnte. Zum Aufrichtefest erschienen fünf Handwerker in Zimmermannskluft mit weiten schwarzen Hosen, weissem Hemd und schwarzem Hut. «Ein schönes Werk ist uns gelungen, gar stattlich steht das Bauwerk da», hub Thierry Christ hoch oben auf dem Gerüst des 3. Stocks wortgewandt an. Nach etlichen Schlücken aus dem Weinglas schmetterte er dasselbe unter fröhlichem Gelächter in die Tiefe, mit der lakonischen Feststellung, dass Scherben Glück bringen.

 

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