«Wir wehren uns bis zum letzten Tropfen Quellwasser»

An einer Medienorientierung machte das Komitee «Depo-NIE im Quellgebiet» klar, dass es grundsätzlich nichts gegen Bauschutt habe, wohl aber gegen die Vernichtung von täglich 850 Kubikmetern besten Quellwassers. Es kündigte deshalb das Referendum an, sollte der Landrat dem kantonalen Richtplan die Deponiestandorte «Stutz» und «Sunnerai» beifügen.

Auf den Punkt gebracht: Die Gründe für das Quellwasser und gegen die Deponie. Foto: Roland Bürki
Auf den Punkt gebracht: Die Gründe für das Quellwasser und gegen die Deponie. Foto: Roland Bürki

In Zwingen, aber auch in Blauen ist der Widerstand gegen die Deponien «Stutz» und «Sunnerai» an diesem Freitagmorgen allgegenwärtig und überdeutlich sichtbar. Rund 50 mit roten Herzen besprayte Leintücher schreien in blauer Schrift auf: Quellen retten! Ein Hilferuf, der einen unwillkürlich an Jane Fondas Feststellung erinnert: Wir gehen mit der Welt um, als hätten wir eine zweite im Kofferraum. Dies ist im Grund auch das Kernthema der vom Komitee «Depo-NIE im Quellgebiet» einberufenen Medienkonferenz, an welcher Peter Hueber, Präsident der Burgerkorporation, zum Eingang die Geschichte um die Deponien «Stutz» (Blauen) und «Sunnerai» (Zwingen) nochmals kurz aufrollt. Die beiden Standorte resultierten in einer Deponie-Feinevaluation der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn auf den ersten zwei von elf Rängen. Der Landrat soll nun die beiden Standorte am 14. April im Kantonalen Richtplan verankern. Dies nachdem die vorberatende landrätliche Bau- und Planungskommission auf eine Petition mit 611 Unterschriften aus Blauen und Zwingen sich im März mit neun zu drei Stimmen gegen das Wasser und für die beiden Deponien ausgesprochen hat.

Burgerkorporation wurde aussen vor gelassen

«Ich trage heute zwei Hüte, den des Komitees «DepoNIE im Quellgebiet» und denjenigen des Präsidenten der Burgerkorporation Zwingen», erklärt Hueber. Die Burgerkorporation als Eigentümerin des «Sunnerai» sei von Liestal nicht einmal zur Vernehmlassung über den kantonalen Richtplan eingeladen worden. «Mit einer grossangelegten Banneraktion will unser breit abgestütztes Komitee auf den Schutz der jahrhundertealten Quellen im Gebiet Fandel und Stutz aufmerksam machen», so der Burgerpräsident. Aus seinen Ausführungen geht klar hervor, dass das Komitee für die beiden Quellen Fandel und Bernhardsmätteli kämpft, nicht aber grundsätzlich gegen Bauschutt, hat es doch als Alternative einen Deponiestandort im Gebiet «Schäftlete» vorgeschlagen. Nach den Meinungen in Blauen und Zwingen muss der Bauschutt ohnehin in kleineren Deponien, auch in den Bezirken Dorneck, und Thierstein, im Unterbaselbiet und in Basel solidarisch mitgetragen werden. Die Banner warnen, dass die Deponien «Stutz» und «Sunnerai» mit dem prognostizierten Volumen von jährlich 330000 Kubikmetern bis zu 80 Jahre für LKW-Transporte mit Bauschutt und Inertstoffe herhalten müssen. Das sei unzumutbar, sagt denn auch Peter Hueber. «Es ist noch vieles unzumutbar, die mögliche Gefährdung des Zwingner Grundwassers, die kaltschnäuzige Absage ans Quellwasser in Anbetracht des globalen Wassermangels, aber auch der ständige Dienstleistungsabbau des Kantons im Bezirk Laufen», zeigt sich Hueber und sein Komitee kämpferisch, « wir wehren uns bis zum letzten Tropfen Quellwasser.» Die 1500 Unterschriften für ein Referendum gegen einen positiven Landratsbeschluss zum Richtplan seien locker zu sammeln.

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