«Wir stehen bald einmal still»

Der Verein FEEL (Forum Erneuerbare Energien Laufental) lud interessante Persönlichkeiten ein, um in einer Podiumsdiskus- sion der Frage nachzugehen, wie heutige und zukünftige Mobilität aussehen sollte, um nicht im Stau stecken zu bleiben.

Diskutieren über die Mobilität: (v. l.) Herbert Märki, Geschäftsführer Streez, Kathrin Amacker, Konzernleitung SBB, Stefanie Fuchs, Geschäftsleiterin VCS Basel, und Krispin Romang, stv. Geschäftsführer Swiss eMobility.  Foto: Gaby Walther
Diskutieren über die Mobilität: (v. l.) Herbert Märki, Geschäftsführer Streez, Kathrin Amacker, Konzernleitung SBB, Stefanie Fuchs, Geschäftsleiterin VCS Basel, und Krispin Romang, stv. Geschäftsführer Swiss eMobility. Foto: Gaby Walther

Verlassen wir das Öl, bevor es uns verlässt», meinte Meinrad Schmidlin an der Veranstaltung von FEEL zum Thema «Zukünftige Mobilität: vernetzt und erneuerbar» vom letzten Donnerstag in der Aula des Gymnasiums Laufen. Es sei ziemlich klar, dass die Treibhausgase schuld an der Klimaerwärmung sind. In der Industrie haben die Verantwortlichen in den letzten 40 Jahren reagiert und den Ölverbrauch reduziert, in der Mobilität habe sich aber in dieser Zeit kaum etwas getan, erklärte der Elektro- und Umweltingenieur in der Einführung zum Thema. Die Fahrzeuge könnten problemlos mit erneuerbaren Energien angetrieben werden, auch wenn noch einige Knackpunkte zu lösen seien. Knackpunkte würde es aber auch geben, wenn keine Wende komme.
«Heute zählen hohe PS-Leistung auch für Kurzstrecken, was nicht nachvollziehbar ist», sagte Krispin Romang, stv. Geschäftsführer von Swiss eMobility in der anschliessenden Podiumsdiskussion. «Das Bewusstsein der Bevölkerung muss geändert werden. Elektromobile sind Autos», fügte er an. Stefanie Fuchs, Geschäftsleitern VCS Basel, warnte davor, die Energie mit Elektromobils zu verpusten. Es sei sicher gut, den belastenden Autoverkehr zu verbessern und auch zu verlagern, genau so wichtig sei es aber, unnötigen Verkehr zu vermeiden, zum Beispiel durch gute Raumplanung, um kurze Wege zur Arbeit, zu den Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten zu schaffen. Mehr Verkehrsaufkommen bedeute nicht mehr Mobilität. Wenn wir so weiter ausbauen, wie anhin, würden wir bald still stehen. Dass das Wachstum begrenzt ist, sieht auch Kathrin Amacker, Konzernleitung SBB. Die Schweiz hat das dichteste Bahnnetz der Schweiz. Täglich werden eine Million Reisende mit der Bahn transportiert. Der Strom der SBB wird zu 90 Prozent von Energie der Wasserkraft gewonnen. Ziel sei es, bis im Jahr 2020 Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie zu beziehen.

Einen anderen Ansatz, um Stau und Umweltbelastung entgegenzuwirken, sieht Herbert Märki, Geschäftsführer von Streez in der Vernetzung von Mobilität. In der Schweiz gibt es 35 Millionen Parkplätze. Das Zweiwegsystem – Auto von A nach B, Parkplatz, dann wieder zurück – sei nicht effizient, Ziel sei ein bewegtes System. Seine Firma will in einem Pilotprojekt versuchen, in Städten und Agglomerationen die Lücke der Mobilitätskette zu schliessen, in dem einerseits eine Art Sammeltaxi eingeführt wird und anderseits über eine App aufgezeigt werden kann, welches die beste Möglichkeit ist, von einem Ort zum anderen zu kommen und so eine optimale Ausnützung der Verkehrsleistung gewährleistet wird.

Am Diskussionsabend waren sich alle darin einig, dass eine Verknüpfung verschiedener Wege angestrebt werden muss, um das immer stärkere Verkehrsaufkommen und das Bedürfnis nach Mobilität in den Griff zu bekommen.

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