«Wir reagieren auf den Way of Life»

Zwei innovative Unternehmer aus dem Laufental sorgen dafür, dass das Restaurant zu den Gästen kommt.

Innovativ: Die Wirte des Restaurants Sonne in Röschenz, Marc Wunderer und Carlo Tommasini, wagen sich auf Räder. Foto: Bea Asper
Innovativ: Die Wirte des Restaurants Sonne in Röschenz, Marc Wunderer und Carlo Tommasini, wagen sich auf Räder. Foto: Bea Asper

Die Corona Pandemie hat manchem Betrieb den Todesstoss versetzt. «In den ländlichen Regionen hat das Beizensterben aber schon längst seinen Lauf genommen», resümieren die Laufentaler Jungunternehmer Marc Wunderer und Carlo Tommasini. «Das traditionelle Dorfrestaurant ist ein Auslaufmodell. Die Betriebe, die nicht im Zentrum oder an gut frequentierten Ausflugsorten liegen, leiden unter rückläufigen Besucherzahlen. Wer überleben will, muss sich immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen», meint Wunderer. «Wir stellen uns dieser Herausforderung mit dem Restaurant Sonne in Röschenz seit knapp zehn Jahren und haben uns mit unserer kreativen Hausmannskost und dem aussergewöhnlichen Ambiente einen Namen gemacht. Die Gäste geniessen die frisch zubereiteten Gerichte im heimeligen Chalet vor dem Kamin. «Feuer und Flamme» laute auch das Motto in der Küche.

Auf kulinarischer Entdeckungsreise

«Die Zubereitung von Gerichten ist mehr als ein Beruf, das ist Leidenschaft pur», sagen Wunderer, der Koch, Wirt und Ausbildner, und Tommasini, der Confiseur und Lebensmittelingenieur. «Was den Wirten während der Pandemie abverlangt wurde, war ein tiefer Einschnitt», gibt Wunderer zu bedenken. «Es herrschte Finsternis. Wir fanden den Lichtblick im Entscheid, uns auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch den amerikanischen Kontinent zu begeben, und kamen im Frühjahr mit neuem Elan und einer Idee für die Zukunft zurück», verrät Tommasini. «Am Restaurant Sonne halten wir fest, wir reagieren aber auf den ‹Way of Life› und setzen auf Flexibilität und Exklusivität, indem wir mit einer rollenden Küche im Catering ganz neue Massstäbe setzen.» Es sei bekannt, dass junge Unternehmungen vor allem an der fehlenden Unterstützung der Geldinstitute scheitern. «Die Anschubfinanzierung ist und bleibt eine der grössten Herausforderungen», zeigen sich die beiden Unternehmer überzeugt. «Wir verdanken die rasche Umsetzung unserer Geschäftsidee der grossartigen Unterstützung unserer Familien. Damit ist gesichert, dass unsere Firma in Familienhand bleiben wird», betont Wunderer. Der Name des Unternehmens lautet «Two Brothers Kitchen» und es ist eine topmodern ausgestattete Gastroküche, die nicht darauf wartet, dass Gäste vorbeikommen, sondern sich dorthin begibt, wo die Gäste Schlange stehen. Dabei freue man sich vor allem auch auf den direkten Kundenkontakt. «Mit der perfekten Ausstattung (Herd, Friteuse, Steamer, Kühlschubladen, Gelateria, Spülmaschine, Tellerwärmer usw.) sorgt die Küche auf Rädern dafür, dass wir jeden Kundenwunsch erfüllen können — also zum Beispiel auch bei einer abgelegenen Bergkapelle der Hochzeitsgesellschaft ein romantisches Menü zu zaubern. Mit unserem Wassertank, der Gasflasche und dem Stromagregat sind wir autonom», führt Wunderer aus. Nebst privaten Partys und Firmenanlässen möchte die «Two Brothers Kitchen» national oder möglicherweise auch international an Messen für kulinarische Vielfalt sorgen. Das Angebot werde dem jeweiligen Event angepasst, wobei je nachdem auch das Zubereiten vor den Augen der Gäste zum Highlight wird. «Mit der Vielfältigkeit und der Qualität heben wir uns von bisherigen Foodtrucks ab», betont Tommasini. «Der Wagen ist in dieser Ausstattung einzigartig. Er stammt aus den USA und entspricht dem Modell Air- streamer 74. Der Innenausbau erfolgte nach unseren Wünschen von einem Spezialisten in Norddeutschland sowie in Reinach.» Das neue Konzept wird am 1. November in Röschenz eingeweiht und bis Weihnachten vor Ort erprobt. «Von Dienstag bis und mit Freitag bieten wir jeweils von 11.30 bis 13.30 Uhr verschiedene Spezialitäten an. Dabei werden wir zeigen, dass wir die Ansprüche «Fast- und Finefood unter einen Hut bringen.» Das Ganze ist zum Mitnehmen konzipiert. «Wer will, darf es sich aber auch im warmen Chalet gemütlich machen.» Eine Kreation verrät Wunderer bereits: «Mit auf der Menükarte ist die Neuheit Philly Cheese-Steak.» Zum Jahreswechsel geht es dann nach Zürich, um die Gäste an der grossen Silvesterparty zu verköstigen. «Dort erwartet man uns bereits mit Spannung», so Tommasini.

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