«Fascht e Familie» in Blauen

Die Theatergruppe Blauen präsentiert Charles Lewinskys 3-Episoden-Stück, das in Tante Marthas Küche spielt. Es entsteht ein Gefühl der Nostalgie, aber auch Freude über eine geglückte Neuinterpretation.

Reden um den heissen Brei herum: Flip (Marc Eichenberger), Vreni (Alessandra Beeler), Tante Martha (Ruth Höfler) und Hans (Roger Brencklé). Foto: Thomas Brunnschweiler
Reden um den heissen Brei herum: Flip (Marc Eichenberger), Vreni (Alessandra Beeler), Tante Martha (Ruth Höfler) und Hans (Roger Brencklé). Foto: Thomas Brunnschweiler

Blauen

Die legendäre Sitcom «Fascht e Familie», die zwischen 1994 und 1999 ausgestrahlt wurde, war mit den Hauptcharakteren Tante Martha, Hans Meier, Vreni Hubacher und Flip ein grosser Erfolg. «Wir haben Respekt vor dem Original und wollen es nicht kopieren», sagt Tamara Jeisy, die zusammen mit dem Vereinspräsidenten Vince Nogués für die Regie zuständig ist. Am stärksten für den Wiedererkennungseffekt sorgt das sorgfältig nachgestaltete Bühnenbild, das bis in Einzelheiten dem Original nachempfunden ist — bis auf die obligate Kuckucksuhr.

Das Stück besteht aus drei in sich abgeschlossenen Episoden mit kurzem Spannungsaufbau und einer prägnanten, unerwarteten Pointe. In «Baby Boom» kocht Hans am Herd, und Flip findet in Vrenis Zimmer Babysachen. Schnell sind alle überzeugt: Vreni ist schwanger! Tatsächlich steht plötzlich ein Mann mit Rosen in Marthas Küche, was die Handlung schlagartig in Fahrt bringt. Bei «Gips muss man haben» humpelt Hans mit schmerzverzerrtem Gesicht, einem Gipsbein und Krücken in die Küche. Aber bald stellt sich heraus, dass er nur für eine Rolle im Theater übt. Vreni verliebt sich wieder einmal, entdeckt aber, dass ihr Rendezvous bereits verheiratet ist. Auch Flip hat ein Problem, Tante Martha entwickelt sich zur Klangschamanin, und so ist für Durcheinander reichlich gesorgt. In «Dein Freund und Helfer» soll Hans einen Polizisten spielen, doch das Kostüm ist ihm zu weit. Flip sorgt sich unterdessen darum, dass die «Bullerei» ihm auf den Pelz rücken will. Durch das Erscheinen eines echten Polizisten vergrössert sich das Tohuwabohu noch.

Überzeugende Ensembleleistung

Das «Wochenblatt» hat eine Probe besucht und sich ein Bild gemacht. Alessandra Beeler überzeugt als Vreni und Roger Brencklé als stolzer Hobbymime und Kellner Hans Meier, der sich auch schon mal zu einem Gefühlsausbruch hinreissen lässt. Ruth Höfler fühlt sich teilweise unheimlich echt in die Rolle von Tante Martha ein, und Marc Eichenberg ist mit seiner Rasanz und Schlagfertigkeit die optimale Besetzung für Flip mit seinem Running Gag «Kei Detail, bitte!». Vince Nogués spielt in einer Doppelrolle Herrn Abächerli und Hugo. Silvia Tara gibt glaubwürdig die gestrenge Dora Baltensberger, die Chefin eines Meinungsumfrageinstituts. Manuel Meury und Zhang Tao dürfen in Polizeiuniformen schlüpfen, Sandra Born spielt die Regisseurin von Hans, und Sarah Arnold und Chiara Maccione (auch Souffleuse) sprechen im Prolog. Das temporeiche Stück verspricht freche Dialoge, schräge Figuren, jähe Wendungen und lustige Situationskomik. Das Ensemble wird ergänzt durch das Beauty-Team, das formidable Team Technik und Bühne und die tüchtige Küchencrew, die für ein breites kulinarisches Angebot sorgt. Das Stück wird insgesamt sechs Mal gespielt.

«Fascht e Familie», Mehrzweckhalle Blauen, 10./11.4., 20 Uhr; 12.4., 15 Uhr / 15./17./18.4., 20 Uhr. Online-Reservation: www.tgblauen.ch; Tel.: 079 908 77 32, jeweils Di 9.00–11.00 Uhr.

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