Willkommen im Kreis der Kampfkunst

Menschen mit körperlichen, geistigen oderseelischen Beeinträchtigungen sollen in Vereinen wie Judo, Karate oderanderen Kampfkunstarten normal trainieren. ZurUnterstützung dieser Idee wurde in Laufen derVerband Ikkaido Schweiz gegründet.

Aufgestellt und motiviert: Gründerinnen und Gründer Ikkaido Schweiz in Laufen. Foto: Jürg Jeanloz
Aufgestellt und motiviert: Gründerinnen und Gründer Ikkaido Schweiz in Laufen. Foto: Jürg Jeanloz

Menschen mit körperlichem oder geistigem Handicap stehen am Rande unserer Gesellschaft und können vielfach nicht am aktiven Leben der Mitmenschen teilnehmen. Der Budosport, zu welchem Karate, Jiu Jitsu, Judo und viele andere Kampfkunstarten zählen, ist die geeignete Art, die Menschen mit Beeinträchtigungen sinnvoll zu beschäftigen. Gleichzeitig sollen diese Menschenmit den Vereinsmitgliedern des Budosports in Kontakt gebracht werden, körperliche Ertüchtigung anstreben und Berührungsängste auf beiden Seiten abbauen.

Ende Juni wurde in Laufen der eidgenössische Fachverband Ikkaido Schweiz gegründet, der zukünftig dem Weltverband in England angehört. Der Verband unter der Leitung des diplomierten Karatelehrers Klaus-Thomas Hildesheim aus Laufen wird versuchen, die tausend Vereine des Budosports in der Schweiz für diese Idee zu begeistern, um Menschen mit körperlichen Schäden, Demenzerkrankungen, altersbedingten motorischen Störungen, psychischen Einschränkungen oder geistigen Defiziten (zum Beispiel Down-Syndrom) zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. «Wir wollen Hindernisse abbauen, um gesunde Menschen mit den Beeinträchtigten zusammenzubringen», erklärte Präsident Hildesheim. Er spreche absichtlich nicht von Behinderten, da die Bezeichnung heute sogar als Schimpfwort gelte. Das Kampfkunsttraining Ikkaido, abgeleitet vom Budosport, nimmt auch keine Rücksicht auf Alter, soziale Stellung, Nationalität oder Religion.

Der Verband unterstützt die Vereine, indem er die Trainer in Ikkaido-Lektionen ausbildet und gleichzeitig die Qualitätssicherung aufbaut. Alles muss auch dreisprachig sein und die Ausbildung erfolgt ehrenamtlich. Gleichwohl ist ein Jahresbeitrag pro Verein von 240 Franken vorgesehen. Lizenzgebühren für jeden Sportler haben die anwesenden Gründungsmitglieder abgelehnt. Sponsoren, Helfer und Förderer sollen ebenfalls gesucht werden. Die Kunst der Vereinstrainer wird sein, ihre Mitglieder für dieses Vorhaben zu motivieren. Trotzdem profitieren alle von Ikkaido: Dank Sicherheit, Selbstbewusstsein, Konfliktvermeidung, soziales Engagement und letztlich auch Fitness für Geist und Körper.

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