Wer führt Laufen in Zukunft?

Am 17. Juni wird in Laufen gewählt. Für das Stadtpräsidium stellen sich Juliana Nufer und Alexander Imhof zur Verfügung. Das Wochenblatt fühlte den beiden auf den Zahn.

Die künftige Stadtpräsidentin? Juliana Nufer-Gerster (FDP). Fotos: Martin Staub

Die künftige Stadtpräsidentin? Juliana Nufer-Gerster (FDP). Fotos: Martin Staub

Der künftige Stadtpräsident? Alexander Imhof (CVP).

Der künftige Stadtpräsident? Alexander Imhof (CVP).

Was reizt Sie am Amt des Stadtpräsidiums?

Juliana Nufer: Da ich in Laufen aufgewachsen bin, habe ich mich bereits in verschiedenen Vereinen und in Gremien kommunal und regional engagiert. Ich kenne viele Laufner und Laufnerinnen, und als Tochter eines Unternehmers und selber wieder Unternehmerin kenne ich die Herausforderungen des Gewerbes sowie der Familienunternehmen. Dies ist aus meiner Sicht ein guter Mix, um die Bedürfnisse der Bevölkerung wahrzunehmen und dementsprechend die anfallenden Themen mit der nötigen Sachlichkeit anzugehen.Alex Imhof: Laufen liegt mir am Herzen und ich glaube an das Potenzial und die Chancen dieser Kleinstadt. Im Stadtpräsidium, das ich sehr interessant finde, kann man zweifellos viel bewegen. Aufgrund meiner Erfahrung glaube ich auch, etwas zum Wohlergehen Laufens beitragen zu können.

Falls Sie gewählt werden, welche konkreten Ziele setzen Sie sich?

A.I.: Dem Stadtrat möchte ich eine klare Stimme geben. Dabei sind Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit wichtig. Mittelfristig liegt mir eine noch bessere Standortattraktivität (Wohnen, Sicherheit, Verkehr, Sauberkeit, Umwelt, Freizeit) am Herzen. Wichtig ist auch die langfristige Sicherung der Finanzen (massvolles Bevölkerungswachstum, Schuldenabbau). Mit der Umsetzung von STEP (Stadtentwicklungsprogramm) können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken. Und schliesslich ist auch eine positive Zusammenarbeit mit dem Kanton nicht unwichtig.

J.N.: Gegenüber der Bevölkerung möchte ich mehr Transparenz über die Stadtratsarbeit vermitteln (Halbjahresinformationsanlässe) und die Medien regelmässig auf den neuesten Stand bringen. Nur so kann Vertrauen in die politische Arbeit aufgebaut werden. In der Zusammenarbeit mit dem Stadtrat würde ich gerne vermehrt mit Zielen, Terminen und Kosten führen. Ich habe hier gute berufliche Erfahrung, da ich als Dipl. Controllerin weiss, was es heisst, einen ausgeglichenen Haushalt zu führen. Diese Erfahrung werden wir zukünftig im Stadtrat und in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung brauchen.

Stichwort STEP. Wie soll es da weitergehen?

J.N.: Die Idee, welche hinter diesem Projekt steckt, finde ich sehr gut. Es zeigt dem Gesamtstadtrat und der Bevölkerung Leitlinien, wie wir durch eine Vielzahl von Einzelmassnahmen durch die Verwaltung, bei der Bevölkerung etc. die Attraktivität der Stadt Laufen erhalten resp. auch verbessern können. Es braucht ein Miteinander. Betreffend Finanzierung der einzelnen Massnahmen müssen die einzelnen Projekte aber immer wieder hinterfragt werden. Meinerseits habe ich das STEP-Projekt unterstützt, lasse mich aber betreffend der zeitlichen Umsetzung und aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen nicht unter Druck setzen. Die Mitwirkung der Bevölkerung hat auch hier gezeigt, dass dies zu einem Erfolg führen kann. Meine Erfahrung aus dem Landrat zeigt auf, dass die Regierung manche vom Landrat genehmigten Projekte zurückstellen musste, weil der finanzielle Spielraum sich nicht so entwickelt hat, wie ursprünglich angenommen wurde. Das Gleiche erwarte ich auch vom Stadtrat.A.I.: Ich zeige Ihnen das gerne anhand von zwei wichtigen Projekten: Beim Teilgebiet Nau laufen die Vorarbeiten für einen Investoren-Wettbewerb. Hier wird aufgezeigt, wie das Areal verwendet und genutzt werden kann. Zentral ist das Projekt dreifach: 1. für den Schuldenabbau, denn Landverkauf oder Baurechtszins verbessern unsere Schuldensituation ganz erheblich. 2. Für eine markante Verbesserung des Steuersubstrats (hervorragende Lage zwischen Birs und Bahnhof). 3. Verbesserung der Jahresrechnung um 400000 Franken (aktueller Abschreibungssatz). Dieselben Überlegungen sollen auch für andere Gebiete ausschlaggebend sein. Für das Leitbild Viehmarktgasse ist die Ausschreibung diesen Sommer geplant. Dank der baldigen Umsetzung des neuen Bushofes ist es auch möglich, die Planung Birsbrücke-Bahnhofplatz voranzutreiben. Ich möchte betonen, dass die Umsetzung von STEP sehr anspruchsvoll ist. Deshalb sind Information, Transparenz und öffentliche Mitwirkung wichtig und zentral.

Was haben Sie der Konkurrenz voraus? Welche Qualitäten zeichnen Sie aus?

A.I.: In Laufen ist es gelungen, in den letzten vier Jahren Dynamik und Bewegung aufzubauen. Es läuft etwas in allen wichtigen Punkten: Wohnen, Bauen, Verkehr, Schule, Umwelt, Hochwasser. Das möchte ich beibehalten und fördern. Ich denke, dass ich dazu einiges beigetragen habe. Dass ich Durchsetzungsvermögen habe, zeigen einige meiner Arbeiten meiner vierjährigen Amtszeit als Stadtrat. Positiv wirkt sich sicher auch die breite berufliche Erfahrung als Jurist mit finanzwirtschaftlichem Hintergrund aus. Teamfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Führung des Stadtrats. Stadträte müssen in der Lage sein, Ratsbeschlüsse auch mitzutragen, wenn sie nicht der eigenen Meinung entsprechen.

J.N.: Ich finde es spannend, neue Themen anzugehen und den Puls zu fühlen. Meine grosse politische Erfahrung lässt mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Ich führe zielorientiert. Ich denke strategisch. Ich arbeite sehr gerne mit starken und erfahrenen Persönlichkeiten zusammen. Zudem bin ich kritik- und lernfähig und habe Spass an Herausforderungen. Ich kenne aber auch meine Schwächen, kommuniziere diese offen und lasse mich entsprechend unterstützen. Meine Themen beschränken sich nicht nur auf Sicherheit, Marktwesen, öffentlichen Verkehr, Feuerwehr, Regionalen Führungsstab und Zivilschutz, wie das aufgrund meiner politischen Tätigkeit scheint. Ich befasse mich auch mit Themen im Leben, welche sich dem Herbst und den Vorbereitungen für den Winter im Lebenszyklus eines Menschen widmen.

Was packen Sie nach Ihrer Wahl als Erstes an?

J.N.: Zuerst werde ich mit meinen Stadtratskolleginnen und -kollegen zusammen mit der Verwaltung eine Retraite durchführen um alle auf den gleichen Wissensstand zu bringen und um daraus die gemeinsame Strategie für Laufen festzulegen und um ein Team zu bilden. STEP wird klar darin eingebunden sein. Laufende und anstehende Projekte müssen besprochen und den einzelnen verantwortlichen Stadträten als Aufgabe zugeordnet werden, um Ziele, Kosten und Termine ermitteln zu können. Ebenfalls werde ich verschiedene Antrittsbesuche bei KMUs und Gremien durchführen sowie je zwei Delegierte der ansässigen Sport- u. Kulturvereine einladen, um einen Austausch zu tätigen. Das Gleiche habe ich beim Antritt des Spitex-Verbandspräsidiums gemacht. Ich besuche alle Organisationen im ganzen Kanton, und dies ist wirklich spannend und gibt auch sehr viele gute Ideen und Anregungen.A.I.: Wichtig sind mir die schrittweise Umsetzung von STEP, die Überprüfung der Abläufe im Stadtrat und die gemeinsame Erarbeitung der Legislaturziele. Prioritäten setzen wir im Stadtrat gemeinsam. Institutionalisieren werde ich die regelmässige öffentliche Information.

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