Wenn Väter Kumpels werden

Mit der Eishockeyschule versucht der EHC Laufen, schon Kindern die Sportart näher zu bringen. Dabei werden die Väter zu Kumpels. Sie füllen die Trinkflaschen und halten auch das Taschentuch.

Komplex: Ohne Vater, manchmal Mutter, geht es noch nicht bei der komplexen Ausrüstung.   Foto: eh-press
Komplex: Ohne Vater, manchmal Mutter, geht es noch nicht bei der komplexen Ausrüstung. Foto: eh-press

René Gamper, mittlerweile im Pensionsalter, wollte eigentlich sein Rentnerdasein zu geniessen. Als ihn aber vor drei Jahren der damalige Präsident Roman Bucher anrief und fragte, ob er nicht mithelfen könne, den Rückgang im Nachwuchs zu stoppen, war er wieder voll bei der Sache. Nach dem Boom, der vom Bau der Eishalle ausgelöst wurde, ging es in den letzten Jahren abwärts. Andere Sportarten und Freizeitbetätigungsfelder waren wichtiger für die Kinder. Zu lange wurde dem schleichenden Rückgang zu wenig Bedeutung beigemessen. Man hatte bald zu wenig Spieler, um auf jeder Stufe Teams eigenständig stellen zu können. Dadurch fehlen nun auch Nachwuchsspieler, die man laufend in die erste Mannschaft einbauen könnte.


Das Zauberwort, das diese Situation wieder kehren soll, heisst Hockeyschule. Ab Mitte September können Kinder in der Hockeyschule schnuppern. Jeweils samstags ab 10.30 Uhr bis Mittag lernen Buben und Mädchen unter Anleitung von ausgebildeten Trainern sowie Spielern der ersten Mannschaft das Spiel. Bewusst nimmt man bereits Kinder ab drei bis vier Jahren auf. «Sobald ein Kind ausreichend laufen kann, steht es auch ohne Probleme auf den Kufen.» Gamper kann dabei besorgte Eltern beruhigen. «Die Kinder tragen eine derart gute Ausrüstung, dass wir seit Jahren keine Unfälle mehr registrieren.» In der Tat ist es wohl einfacher, sich beim Treppensteigen zu verletzten, als in der Hockeyschule auf dem Eis. Man muss nicht mal Schlittschuhlaufen können.


Die Ausrüstung bekommen die Kids kostenlos. Dank Sponsoren ist die Hockeyschule für Kinder gratis. Wichtig ist aber, dass Eltern ihre Sprösslinge nicht einfach zum Eishockey schicken, sondern sie begleiten und unterstützen. Wer schon mal eine Hockeyausrüstung angezogen hat weiss, dass kleine Kinder damit hoffnungslos überfordert wären. Daher sind samstags die Umkleidekabinen auch ein Vater-Sohn-Treffen.


In Laufen gibt man sich grosse Mühe mit den Kindern. Man lässt aber auch die Eltern nicht nur zuschauen. So werden Trainings für Eltern angeboten und man informiert, was gerade gemacht wird. Für Gamper ist dies ein wichtiger Punkt, denn «Eltern sind in diesem Alter der Kinder wie verlängerte Trainerarme».
Der getätigte Effort ist erfolgreich. Gamper kann in dieser Saison von 54 neuen Spielern berichten, die aus der Hockeyschule in den Verein eingetreten sind. «Es braucht Aktivitäten, denn von sich aus kommen die wenigsten. Man darf aber nicht glauben, dass Kinder, die einmal den ersten Schritt gemacht haben, alle weiteren auch machen.» Nur gute Arbeit kann Kinder und Eltern überzeugen und daran arbeitet man beim EHC Laufen.

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