Weihnachtlich-festliche Brass-Klänge

Am Sonntagnachmittag gab der Musikverein Brislach unter dem Dirigat von Reto Jeger sein Kirchenkonzert. Die Pfarrkirche St. Peter platzte fast aus allen Nähten. Jasmin Saner brillierte mit einem Gesangssolo.

Verbreitete weihnachtliche Stimmung: der Musikverein Brislach. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Verbreitete weihnachtliche Stimmung: der Musikverein Brislach. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Überzeugende und vielbeklatschte Darbietung: Jasmin Saner.

Überzeugende und vielbeklatschte Darbietung: Jasmin Saner.

Das Konzert startete mit Gongschlägen und Fanfaren des heroischen, episodenhaften Stücks «The Home of Legends» von Paul Lovatt-Cooper. Es wechselt zwischen treibenden Rhythmen, die durch das Schlagwerk noch unterstrichen werden, und lyrisch-ruhigen Abschnitten. Durch dynamische Steigerungen ergibt sich ein erzählerischer Spannungsbogen, der eine enorme Aufbruchsstimmung vermittelt. Der Musikverein Brislach präsentierte sich hier und im ganzen Konzert mit einem satten, homogenen und warmen Gesamtklang. Es folgte das Guggisberglied «’s isch äbe ne Mönsch uf Ärde», das 1741 erstmals erwähnt wurde. Das dunkel beginnende Arrangement von Thomas Rüedi für Brassband darf als äusserst gelungen bezeichnet werden. Es kontrastiert die beiden Themen — eines in Moll und eines in Dur — variationsreich. Die Themen verhalten sich komplementär wie die Farben Gelb und Violett und erzeugen zusammen eine unvergleichlich sehnsüchtige Stimmung, welcher der Musikverein gerecht wurde. In «I wünsche dir» von Peter Reber im Arrangement von Mario Bürki kam ein schönes Duett mit Manuel Hügli (Principal Cornet) und Janine Stegmüller (Solo-Eufonium) zum Einsatz. Das Stück ist transparent orchestriert und musikalisch zugänglich, aber auch intimer als die effektvollen und monumentalen Werke von Lovatt-Cooper.

Süssigkeiten, Sterne, stille Nacht

«Confection for Brass» («Konfekt für Blech») wurde 1990 für die 100-Jahr-Feier der Nestlé Rowntree York Factory in Auftrag gegeben. Leichtfüssig, heiter, humorvoll und eingängig kommt dieses typisch britische Stück daher. Die einzelnen Abschnitte wirken wie Pralinen, die man sich einzeln herauspicken kann. Oft ist auch eine gewisse Virtuosität verlangt. Die Moderatorin flocht in den zweiten Teil des Konzerts die Erzählung vom kleinen Stern ein, die gut zur Adventszeit passte. Das Lied «Under Milliarde vo Sterne» wurde von Walter Dux für seine krebskranke Frau komponiert und von Mario Bürki für Brassband arrangiert. Jasmin Saner interpretierte das Lied mit starker, klarer Stimme. Im Chorus heisst es «’s isch e besunderi, e heiligi Nacht, ‘s Wunder isch für dich parat.» Das Stück «Nadal» von Gion Andrea Casanova ist von einer innigen Stimmung geprägt. Arrangeur Corsin Tuor verstärkte die Charakterzüge mit sanften Linien und klarer Harmonik. Es folgte Lovatt-Coopers effektvolles «A Christmas Finale», in dem mit orchestraler Strahlkraft Weihnachtslieder wie «Hört der Engel helle Lieder» oder «In einem Stall zu Bethlehem» verarbeitet sind. Virtuose Figuren, markante Rhythmen und Steigerungen sorgen hier für Spannung. Dieses musikalische Feuerwerk war der festliche Höhepunkt des Konzerts, dem nach langem Applaus noch drei Zugaben folgten. Nach einem swingenden Weihnachtsmedley und einem ruhigen Stück folgten drei Strophen von «Stille Nacht, heilige Nacht». Danach war das Publikum zu einem Apéro im Pfarreisaal geladen.

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