Weihnachten mit globalem Charme

Ein Kunterbunt anKlassikern undWeihnachtsliedernschenkte der Musikverein Brass Band Liesbergseinen Anhängern in der Dorfkirche, derweil dieroten Kerzen des Adventskranzes eine heimelige Stimmung verströmten.

Interpretieren Wiegenlied: Cornetisten Brass Band.Fotos: Jürg Jeanloz

Interpretieren Wiegenlied: Cornetisten Brass Band.Fotos: Jürg Jeanloz

Mit einer kräftigen Fanfare rüttelte die Brass Band Liesberg die Gäste an diesem späten Sonntagnachmittag so richtig auf. Gewaltig fuhr das Stück ein, die Bläserinnen und Bläser waren im Element, Dirigent Thomas Scherrer peitschte seine Mannschaft zu Höchstleistungen. Aber sie konnten auch anders, denn gleich darauf folgte die hingebungsvolle Hymne «Wie gross bist Du», die von einem schwedischen Volkslied stammte. «Es ist eines der schönsten und meistgespielten Kirchenlieder, das von den Erlebnissen in der nordischen Natur erzählt», wusste die eloquente und charmante Moderatorin Charlotte Kübler zu berichten. Eine Melodie, die zu Herzen ging und der man einfach gerne zuhörte.

Dass die Brass Band auch über einen intakten Nachwuchs verfügt, bewies der junge Raphael Tschan, der mit seiner Posaune träumerische Soloeinsätze in einem liebevollen Wiegenlied darbrachte.

Ausgerechnet die drei Bässe im Hintergrund begleiteten den Solisten mit sonoren Tönen und gaben dem Stück viel Farbe und Sanftmut. Grosser Applaus für den sympathischen Musiker, der die Ovationen bescheiden entgegennahm.

Das Munotglöckchen hat es dem rührigen Ensemble angetan, denn das bekannte Lied kam in einem herrlichen Arrangement daher. Immer wieder ertönte das Glöcklein, das auf dem Munotturm in Schaffhausen jeden Abend von einem Wächter von Hand geläutet wird. Fast wehmütig gestaltete Dirigent Thomas Scherrer die letzten Töne, die behutsam verstummten.

Mit dem besinnlichen Lied «Trouble in the Air» erinnerte die Band an die Zeiten, an welchen Sklaven bei harten Bedingungen schwere Arbeiten auf dem Feld verrichteten und dabei Kraft und Mut aus Liedern schöpften. Zum Auftakt spielten nur die Euphonien, begleitet vom Schlagzeug, worauf die verschieden Register in die Melodie einfielen. Ein wunderbarer Effekt, der diese Art des Gospelsongs widerspiegelte. Weil die Gäste so begeistert klatschten, liess das Ensemble noch die Filmmusik aus «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» folgen. Die Xylofonklänge hatten es den Gästen angetan, sie wurden mit «Stille Nacht» feierlich verabschiedet.

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