Was sich Jugendliche fürs 2026 wünschen

Was wünschen sich Jugendliche in unserer Region wirklich? Eine Umfrage zeigt: Es geht weniger um Konsum als um Ängste, Druck, Freiheit, Sicherheit und Respekt.

Collage: Fabio Häner, Paven-Eldo Prince, Kithurshan Sasitharan, 2AB.
Collage: Fabio Häner, Paven-Eldo Prince, Kithurshan Sasitharan, 2AB.

Wünsche sind so alt wie die Menschheit. Menschen sehnen sich nach Gefühlen, nach Dingen, nach Erlebnissen — das ist zutiefst menschlich. Schon in Märchen spielen Wünsche eine zentrale Rolle: Aladin reibt an der Wunderlampe und hofft auf ein besseres Leben. Im Grimm’schen Märchen «Der Fischer und seine Frau» wächst ein einziger Wunsch zur masslosen Gier. Und in «Die drei Wünsche» zeigt sich, wie schnell ein Wunsch unbedacht ausgesprochen — und ebenso schnell bereut — sein kann. Wünsche erzählen immer auch davon, was fehlt.

Doch was wünschen sich Jugendliche heute, auf der Schwelle zum Erwachsensein, hier in unserer Region? «Dicke» Autos und teure Ferien? Oder sind es ganz andere Sorgen und Themen, welche die Jugendlichen umtreibt? Das «Wochenblatt» wollte es genau wissen und startete zum Jahresende an diversen Schulen eine Umfrage. Das Ergebnis ist vielfältig: Viele Wünsche handeln von mehr Freiheit, schulischem Druck oder Ängsten. Der Wunsch nach Frieden und einer sauberen Umwelt wird ebenso oft genannt wie jener, von Erwachsenen respektiert zu werden. Wer diese Antworten liest, stellt fest: Es geht nicht um Luxus, sondern um Grundsätzliches.

Jugendlichen wird gerne unterstellt, ihre Wünsche und Gedanken seien nur oberflächlicher Natur. Sie würden sich vor allem um Äusserlichkeiten drehen, um Konsum oder schnelle Befriedigung. Die Aussagen, die wir gesammelt haben, widerlegen dieses Bild klar. Sie sind reflektiert, ehrlich und oft erstaunlich reif. Sie zeigen Jugendliche, die sich um ihre Umwelt sorgen und sehr wohl spüren, wo die Belastungen im Alltag liegen. Natürlich gibt es kleine und grosse Wünsche. Wichtige und vielleicht weniger wichtige. Manche wirken auf den ersten Blick banal, andere gehen unter die Haut. Doch jeder Wunsch erzählt etwas über den Alltag junger Menschen, über ihre Sorgen, Hoffnungen und Erwartungen.

Hören wir den Jugendlichen zu! Nehmen wir ihre Anliegen ernst! So entsteht ein gutes Miteinander. Und vor allen Dingen: Seien wir ihnen ein gutes Vorbild! Wenn wir mit ihnen respektvoll umgehen, kommt es auch so zurück — meistens jedenfalls. Die Jugendlichen, die ihre Wünsche formuliert haben, besuchen das Gymnasium Laufental-Thierstein, das Heilpädagogische Schulzentrum Breitenbach, die Sekundarschule Laufen und das Oberstufenzentrum Dorneckberg in Büren.

Schülerinnen und Schüler der Klassen 2AB, 4SWZ und 4A des Gymnasiums Laufental-Thierstein gestalteten ausserdem gemeinsam mit ihrer Lehrerin Noëlle Borer aus Zeitungsausschnitten mit belastenden Meldungen Neues. Dabei entstanden kurze literarische Texte. Durch Neuordnen und Reduzieren setzen sie dem negativen Informationsstrom etwas Eigenes entgegen: jugendliche Hoffnungen und Wünsche fürs 2026. Dieser Text wurde mit vier dieser Collagen bebildert.

Liebe Leserin, lieber Leser, nehmen Sie sich Zeit, die Wünsche der Jugendlichen zu lesen! Sie werden dabei schmunzeln, ins Nachdenken kommen und vielleicht das eine oder andere Mal eine kleine Träne verdrücken. Und Sie werden feststellen, dass sich viele dieser Wünsche, Sorgen und Ängste nur unwesentlich von Ihren eigenen unterscheiden.

Die Zitate der Schülerinnen und Schüler wurden teilweise anonym verfasst, was wir selbstverständlich respektieren. Sie sind in zufälliger Reihenfolge aufgeführt.

 

Wünsche von Schülerinnen und Schülern der Sek Laufen

«Ich wünsche mir, dass mein zweifach operiertes Knie heilt und dass ich wieder Erfolg im Eishockey haben kann. Zudem wünsche ich mir eine gute Klasse in der WMS.»

Joel (15), Laufen

 

«Ich wünsche mir, dass es mehr Konzerte und Veranstaltungen in Laufen gibt. Ich mache mir ein bisschen Sorgen, weil ich weniger Ferien in der Lehre haben werde.»

Robel (15), Laufen

 

«Sorgen: Dass KI die Schulnoten sowie die Menschheit stark beeinflusst.»

Elia (15), Aesch

 

«Ich erhoffe mir tolle Arbeitskollegen und gute Arbeitszeiten.»

Ana (14), Laufen

 

«Der Krieg im Sudan bereitet mir Sorgen. Ich wünsche mir, dass sich die Lage dort verbessert.»

Sura (14), Laufen

 

«Ich hoffe, dass wir den 3. Weltkrieg nicht erleben und dass die Jugendlichen im kommenden Jahr weniger wegen ihrer Noten beurteilt werden.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass der Freitag zum Wochenende dazu genommen wird und wir stattdessen ein Jahr mehr Schule haben.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass nicht mehr alles von den Noten abhängt. Wir haben deswegen viel Arbeit und Stress. Vielleicht sollte auch das Verhalten mitbewertet werden.»

Anonym

 

«Ich hoffe, dass ich mich im Unterricht besser konzentrieren kann und dass es nicht mehr so schlimm ist, wenn man keine Zeit für Hausaufgaben hat.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass die Schule Wasserspender installiert. Ich sehe nicht ein, warum dies nicht gemacht wird, schlussendlich ist Wasser gesund.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass nicht alle glauben, dass Jugendliche immer vapen und rauchen. Ich möchte, dass Jugendliche und Erwachsene respektiert werden.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass es mehr Bushaltestellen gibt, beispielsweise bei der Eishalle oder im Nau.»

Anonym

 

«Ich habe Angst, dass Putin eine Atombombe auf die Ukraine abwirft.»

Anonym

 

«Ich hoffe, dass es keinen Zwingenlauf an unserer Schule mehr gibt.»

Anonym

 

«DPD soll schneller liefern, weil bei der Post jedes Paket verspätet ankommt.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass der Winter wieder kälter wird und es schneit. Ich habe Angst, dass ich schlechte Noten schreibe und absteige.

Ich wünsche mir, dass Drogen abgeschafft werden und jeder ein Zuhause hat. Ich wünsche mir, dass jeder akzeptiert wird. Ich habe Angst vor dem Krieg.»

Noemi

 

«Ich habe grosse Sorge, dass irgendwann niemand mehr Bücher liest und alle von der Handy-Droge abhängig sind. Ich wünsche mir, dass Mobbing aufhört. Egal, was man tut, egal, was man macht, es ist nie richtig.»

Jamili

 

«Ich wünsche mir, dass meine Familie sich versteht, dass meine Freunde auch schöne Weihnachten haben und alle gesund sind.»

Selina

 

«Ich würde mir wünschen, dass die Schule eine Lektion später anfängt und eine Lektion früher aufhört. Ausserdem soll es keine Kriege mehr geben.

Da ich nächstes Jahr den Traktorführerschein machen möchte, wäre es schön, wenn dieser günstiger wird.

Während Corona hat Homeoffice ja funktioniert. Fächer wie Deutsch könnten auch so durchgeführt werden.»

Manuel

 

«Ich wünsche mir, dass Gewalt weniger wird, dass es mehr schneit, dass man besser mit der Welt umgeht und dass Jugendliche Erwachsene und andere Jugendliche respektvoll behandeln.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass sich alle wohlfühlen und die Sorgen weggehen von den Menschen.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass alle ein Dach über dem Kopf haben und dass weniger Tiere aussterben.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass es endlich wieder Schnee gibt. Ebenso, dass Rockstar Games GTA 6 früher herauskommt.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass die Menschen besser mit der Umwelt und miteinander umgehen.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass das Wetter so bleibt, wie es ist.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass es kälter wird im Winter. Also muss die Erderwärmung/Verschmutzung gestoppt werden.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass ich mal Freunde habe, die mich nicht hintergehen. Auch hoffe ich, dass ich mich besser mit meinen Geschwistern verstehe und dass das Tierwohl respektiert wird.»

Anonym

 

«Ich wünsche mir, dass wir die Umwelt nicht verschmutzen und die Tiere auch ein schönes Leben haben.»

Anonym

 

Wünsche der Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Dorneckberg, Büren

«Ich wünsche mir für 2026, dass die Töffli-Geschwindigkeitsbegrenzung auf 45 km/h erhöht wird. Ausserdem wünsche ich mir, dass die Schule etwas später — so ca. um 8 Uhr — beginnt.»

Leonard (13), Büren

 

«Ich wünsche mir für 2026 von der Schule, dass wir mehr Sachen mit anderen Klassen machen und ich wünsche mir, dass wir auf den Gängen das Handy benutzen dürfen. Ich wünsche mir, dass es in Büren einen Foodtruck für Jugendliche gibt (z. B. mit Döner, Burger).»

Adnan (13), Gempen

 

«Vom neuen Jahr wünsche ich mir, dass mehr auf die Umwelt geachtet wird. Meine persönlichen Ziele sind, dass ich weniger Zeit vor einem Bildschirm verbringe und meine Zeit Freunden und neuen Hobbys widme. Ich möchte mehr Neues ausprobieren und offen sein für alles.»

Mira (14), Seewen

 

«Für 2026 wünsche ich mir, dass der Russland-Ukraine-Krieg beendet wird und zudem wünsche ich allen ewige Gesundheit.»

Lorin (14), Büren

 

«Ich wünsche mir fürs Jahr 2026, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben, dass Frauen auch für gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Dazu wünsche ich mir, dass man im Kanton Solothurn auch die WMS besuchen kann und nicht alles selbst bezahlen muss, da es in anderen Kantonen unterstützt wird und bei uns nicht.»

Lorena (14), Hochwald

 

«Mein Wunsch für 2026 ist, dass meine Familie und Freunde gesund bleiben und dass die Kriege auf der Welt aufhören.»

Finja (14), Hochwald

 

«Im neuen Jahr möchte ich weniger Zeit am Bildschirm verbringen, stattdessen will ich meine Zeit der Entdeckung neuer Hobbys und dem Kennenlernen neuer Menschen widmen. Ausserdem wünsche ich mir im Allgemeinen, dass mehr auf die Umwelt geachtet wird.»

Maxima (14), Hochwald

 

Wünsche der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Laufental-Thierstein

«Ich wünsche mir fürs 2026, dass die Schule später anfängt.»

Marlon (14), P2c

 

«Ich wünsche mir fürs 2026, dass es mehr Frieden gibt auf der Welt und dass ich schöne und lustige Momente mit meiner Familie und Freunden haben werde.»

Salome (14), P2c

 

«Ich möchte einfach ein schönes Jahr haben ohne grossen Stress.»

Leonie (13), P2c

 

«Ich wünsche mir für das Jahr 2026, dass es ganz viel Schnee gibt. Es hat dieses Jahr nämlich noch nicht viel geschneit und Schnee knistert so schön beim Laufen.»

Valentina (13), P2c

 

«Ich wünsche mir für 2026, dass Französisch in der Schule abgeschafft wird.»

Fynn (14), P2c

 

«Ich wünsche mir, dass ich mich alleine draussen nicht unwohl fühle. Weil es leider immer noch viele schlechte Menschen gibt, die denken, es macht Spass, Frauen und Mädchen zu belästigen. Ich wünsche mir, dass das besser wird.»

Mina (15), P2c

 

«Ich wünsche mir für 2026, dass 67 immer noch lustig ist.»

Marietta (13), P2c

 

Wünsche von Schülerinnen und Schülern des Heilpädagogischen Schulzentrums Breitenbach

«Ich wünsche mir, dass der FC Basel wieder mehr Spiele gewinnt. Hopp FC Basel!»

Timon (16), Büsserach

 

«Ich wünsche mir, dass ich einmal in der Woche mit meiner besten Freundin Lena abmachen darf.»

Deborah (14), Beinwil

 

«Ich wünsche mir, dass Marco Odermatt alle Rennen gewinnt.»

Flavio (14), Witterswil

 

«Ich wünsche mir, dass ich Gitarre spielen lernen darf.»

Alina (15), Breitenbach

 

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