Warmer Groove und grosse Gefühle

Am Samstagabend brachte Nicole Bernegger mit ihrer Band Songs aus dem neuen Album «Alchemy» auf die Bühne des Schlachthuus. Die Schweizer Soul-Queen liess ihren warmen Sound wie ein Kaminfeuer durch den Saal lodern und liesse zuweilen goldene Funken sprühen.

Fully loaded: Nicole Bernegger energiegeladen im Duett mit Gitarrist Stefan Strittmatter. Foto: Katja Schmidlin
Fully loaded: Nicole Bernegger energiegeladen im Duett mit Gitarrist Stefan Strittmatter. Foto: Katja Schmidlin

Die Band spielt bereits das Intro. Ganz in Rot erscheint Nicole Bernegger auf der Bühne und sorgt gleich mit dem Song «Love Indeed» aus dem Jahr 2023 beim Publikum für Entzücken. «Alchemy» heisst die neue Platte, mit der Nicole Bernegger und ihre Band derzeit auf Tour sind. Bis zur Pause spielt die Band mehrheitlich ruhigere Songs aus den letzten Jahren. Der Sound erinnert an die ganz Grossen der vergangenen Soul-Diven: Etta James, Martha Reeves oder Aretha Franklin. Der geschmeidige Retro-Sound fliesst von der Bühne in den Saal, sendet einen Groove unerschütterlicher Good-Vibes ins Publikum. Dieses lässt sich noch so gerne entführen in einen warmen musikalischen Raum mit Kaminfeuer, der die Unsicherheiten des gegenwärtigen Weltgeschehens vergessen macht. In der Bühnenmitte steht die Frontfrau Nicole Bernegger, die sich spürbar zurücknimmt, sich in die Reihe ihrer Bandmitglieder stellt, und deren Energie und Power dennoch so spürbar sind, dass die Vorfreude auf deren Entfaltung stets präsent bleibt. Die Band — bestehend aus Gitarre, Bass, Tasten, Drums und Backing Vocals — harmoniert gut, integriert einzelne Soli, der Sound glänzt wie Material nach langem Schliff und Bearbeitung. Die Frontfrau Nicole Bernegger agiert demnach als Marke für die Musikgruppe, die als Ganzes wahrgenommen werden will.

Alchemie kennen wir als Begriff für Verwandlung, für die Suche nach Gold oder nach dem Stein der Weisen. Entsprechend schreibt die Band zum Albumtitel: «‹Alchemy› steht für uns als Synonym für die Verschmelzung unserer verschiedenen Einflüsse und die Suche nach unserem Gold — unserem ganz eigenen Sound.» Oder wie Nicole Bernegger auf der Bühne sagt: «Der Weg formt unsere Musik zu dem, was sie heute ist.» Das energetische Crescendo folgt nach der Pause mit Songs aus «Alchemy» und Lied-Covers wie «Rolling Down the 405» von Jemery Albino. Bernegger — nun gewandelt im Jeans-Outfit mit Western-Hut — und ihre Band erhöhen den Puls und pushen das Publikum weg vom Kaminfeuer in den glitzernden Orbit des Rhythmus. Das Schlachthuus vibriert. Die Sängerin bringt dabei ihre ganze Gesangskraft zum Leuchten und flutet den Saal mit ihrer warmen, erdigen Stimme. Zur Performance schreibt die Band: «Wir leben für die Bühne und den magischen Moment, wenn man mit dem Publikum durch verschiedene Stimmungen fliegen kann. «Alchemy» macht genau das als Album: von berührenden, intimen Balladen über träumerisch schwebende Soundwelten zu warmem Americana und Indie-Soul und der grossen Leidenschaft, in der auch ein Stück Woodstock mit anklingt. Es ist wie das Leben: von allem ein bisschen drinnen, Hauptsache echte Emotionen.»

Nach etlichen Versuchen habe es endlich geklappt, Nicole Bernegger und ihre Band nach Laufen zu holen, so die einleitenden Worte des Organisators. «Wir haben rund 250 von 300 Tickets verkauft», sagt er in der Pause. Der Saal ist gut gefüllt, gerade so, dass jeder mitwippen oder in kleinem Radius das Tanzbein schwingen kann. Ein geglücktes Konzert. Laufen freut sich schon jetzt auf das nächste mit Nicole Bernegger und ihrer Band.

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