Crossover-Soulfood im Schloss Café Zwingen
Während der Sommermonate erfüllen sich zwei Schwestern aus Zwingen den lang gehegten Traum vom eigenen Café.
Zwingen
Man nehme italienischen Kaffee und österreichische Kuchenrezepte, platziere alles in einen lauschigen Schlossgarten, ergänze den Ort mit «Pop-up» und schon läuft das Geschäft. Hier könnte der Artikel enden. Es wäre aber schade, nicht zu wissen, mit welcher Begeisterung und Kreativität das Café aufgebaut wurde. Noch weniger würde man etwas über die Menschen erfahren, die dahinterstehen. Es gibt gute Gründe, weiterzuschreiben und weiterzulesen.
Aurelia und Milena Luongo wuchsen in Zwingen auf. Der Vater stammt aus Italien, die Mutter aus Österreich. Sie lernten früh italienischen Kaffee kennen, auf der österreichischen Seite gehörten Kaffee und Kuchen am Nachmittag zum Ritual. Beides blieb nicht ohne Einfluss. Mit elf tranken sie schon Kaffee und wurden bald zu begeisterten Bäckerinnen. Nach der Schule verschlug es beide ins Ausland, sowohl für ihre Studien als auch für Praktika und Arbeitseinsätze. Beide verbrachten zahlreiche Monate im Libanon, in Jordanien, im Iran und in weiteren Staaten in Westasien und Nordafrika.
Schon länger gärte in ihnen die Idee des eigenen Cafés, aber erst nach ihrer Rückkehr in die Region konkretisierte sich diese in Kopf und Herz. Ihr Wunschstandort war das zentral gelegene Schloss Zwingen, dieses dürfe an Attraktivität für die Öffentlichkeit gewinnen. Anfang 2026 präsentierten sie die Café-Idee dem Schlossverein, wenige Wochen später war das Konzept geboren und das Pop-up-Café in der Rauracherstube beschlossen.
Das Café wird während des Sommers am Wochenende die Türen öffnen, bei schönem Wetter werden die Gäste auch im Garten mit Kaffeekreationen und selbst gebackenen Kuchen verwöhnt. Statt eines Renditeunternehmens soll das Café einen Dorftreffpunkt für die gesamte Bevölkerung schaffen. Das ist denn auch der Hauptanspruch der Schwestern: den Menschen einen Raum geben, an dem sie sich gerne aufhalten und wo sie sich begegnen können.
Der zweite Anspruch betrifft den Kaffee selber. Aurelia und Milena Luongo können backen und fürchten sich weder vor Hefeteig noch vor Experimenten. Um ihr Kaffeewissen zu perfektionieren, haben sie sich bei den «Kaffeemacher/-innen» in Basel Hilfe geholt. Diese liefern den selber gerösteten und nachhaltig angebauten Kaffee und stellen die Infrastruktur zur Verfügung, im Gegenzug lassen sich Milena und Aurelia Luongo in deren Baristakurs schulen.
So gewappnet freuen sich beide darauf, ihre Begeisterung den Gästen weiterzugeben. Gebacken wird nach Lust und Laune, auch möchten sie die internationale Küche in Backexperimente einfliessen lassen. Und wenn sie vom Erfolg überrannt werden? Sie sind entspannt: Nicht nur für das Eröffnungswochenende steht Unterstützung aus Familie und Freundeskreis bereit. Dass sie zwischen Samstag und Sonntag nachbacken müssen, gehört ebenso zum Plan. Das ist nicht weiter schlimm: An Ideen für süsse Gebäcke und neuen Rezepten mit internationalem Einschlag fehlt es den beiden Kreativen nicht.
Das Schloss-Café ist von Juni bis August 2026 jeweils am Samstag und Sonntag geöffnet, Zeiten und Ausnahmen unter «Aktuelles» auf www.schlossvereinzwingen.ch.


