Vor der Matura die Maturaarbeiten

Vergangenen Montag und Dienstag präsentierten 45 Schülerinnen und Schüler in den Schulräumen des Gymnasiums Laufental-Thierstein ihre Maturaarbeiten. Das «Wochenblatt» war bei einigen dabei.

Der Architekt: Dominic Hofer und sein nachhaltiges Wohnmodell. Fotos: Martin Staub

Der Architekt: Dominic Hofer und sein nachhaltiges Wohnmodell. Fotos: Martin Staub

Die Fotografin: Lina Bögli und ihre sechs Emotionen.

Die Fotografin: Lina Bögli und ihre sechs Emotionen.

Die Journalistin: Simona Hänggi mit ihrem Band «Blühende Stimmen.

Die Journalistin: Simona Hänggi mit ihrem Band «Blühende Stimmen.

Mehr als ein Jahr vor der Maturaprüfung muss sich jeder Schüler und jede Schülerin für ein Thema entscheiden, über das er oder sie die sogenannte Maturaarbeit verfassen möchte. «Es sollte ein Thema sein, über welches sich lange, intensiv und interessiert arbeiten lässt», schreibt das 25-seitige Vademecum des Gymnasiums zu diesem Teil des späteren Maturazeugnisses.

Eine gewisse Angespanntheit bei den Schülerinnen und Schülern war am Montag spürbar, mussten diese doch nicht nur ihre aufwendigen Arbeiten vor Publikum präsentieren, sondern sich auch noch den kritischen Fragen der Expertin respektive des Experten stellen.

Drei ausgewählte Präsentationen

Ein gut gefülltes Zimmer bei Dominic Hofer, der sich offensichtlich für moderne Architektur interessiert. «Nachhaltiges Gebäudedesign: Begrünung und Beschattung als Klimafaktor» hat sich der Kandidat zum Thema gemacht und dabei bei den hängenden Gärten von Babylon, lange vor Christi Geburt, angefangen. «Ja, schon sehr früh erkannte man den Wert von Begrünungen an Gebäuden», erklärte er. Dominic Hofer zeigte sich überzeugt: «In einem modernen Hochhaus wirkt ein grosser Grünanteil nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern begünstigt auch das Klima massgeblich.» Mit seinem selbst gebauten Architekturmodell konnten sich die Besuchenden ein Bild von Dominic Hofers Idee machen.

Simona Hänggi richtete ihren Focus auf die Frauen und deren Emanzipiertheit. Und zwar fing sie mit ihrem Thema «Die Stimme der Frau» im Jahre 1965 vor dem Berner Bundeshaus an. Sind Sie für oder gegen das Frauenstimmrecht? In einem Film kamen damals natürlich nur Männer zu Wort. Simona Hänggi suchte sich zehn, vorwiegend ältere Frauen aus der näheren Umgebung aus und fühlte ihnen in einem Interview auf den Zahn: «Wie stehen Sie zur damaligen Stellung der Männer und Frauen? Und sehen Sie sich heute als selbstbewusste, politisch engagierte Frau?» Die Kandidatin trug aus ihrem Buch, das sie dazu verfasst hatte, auch einige Beispiele vor. Nach der Fragerunde durch die Expertin zog Simona Hänggi aber ganz klar Stellung: «Das Ziel der Frauenemanzipation ist in unserer Gesellschaft noch nicht erreicht.»

Für ein gestalterisches Thema entschied sich Lina Bögli. Sie suchte einen Weg, um affektive Emotionen durch inszenierte Fotografie darzustellen. Und zwar entschied sie sich nicht für die Primäremotionen wie Freude, Angst, Trauer, Wut oder Ekel, sondern für die wesentlich schwierigeren Sekundäremotionen Frustration, Zurückweisung, Sehnsucht, Staunen, Geborgenheit und Misstrauen. Die Kandidatin suchte also nach Bildgestaltungen, um – ohne Gesichter abzulichten – diese sechs Stimmungen möglichst eindeutig fotografisch wiederzugeben. Die Resultate waren eindrücklich, besonders mit den Erläuterungen der jungen Fotografin, die sich bei diesem Thema noch intensiv mit Psychologie beschäftigte.

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