Von wegen Gamen und Faulenzen

Vom 2. bis 12. Juni fand das vom Sportamt BL organisierte 18. «Spiel ohne Grenzen» für Primarschulklassen statt. 144 Klassen nahmen teil, darunter auch einige aus dem Laufental. Wir schauten den 5. Klassen von Zwingen und Wahlen über die Schultern.

Tempo: Luana aus Zwingen sprintet dem Ziel entgegen. Fotos:  eh-presse

Tempo: Luana aus Zwingen sprintet dem Ziel entgegen. Fotos: eh-presse

Einsatz und Mitfiebern: Während Muhammad aus Wahlen dem Ziel entgegenrollt, fiebern die Klassenkameradinnen und -kameraden mit.

Einsatz und Mitfiebern: Während Muhammad aus Wahlen dem Ziel entgegenrollt, fiebern die Klassenkameradinnen und -kameraden mit.

Region

Aus dem Laufental waren Schulklassen aus Zwingen, Wahlen, Liesberg, Dittingen und Röschenz in Pratteln am Start. In Zwingen sei dieser Tag seit Jahren rot angestrichen im Kalender, sagt Lehrerin Laura Purtschert. Das ist auch wichtig, denn, wie Carmen Jeker, die beim Sportamt BL für die Durchführung des Anlasses verantwortlich ist, erklärt, sei das Teilnehmerfeld kurz nach Freischaltung der Anmeldung voll. «Auch in diesem Jahr waren die Plätze nach wenigen Minuten weg. Das Sich-Messen mit anderen Klassen, die Vielseitigkeit des Angebots, aber auch die Möglichkeit, dass es für alle Kinder etwas dabei hat und dass man sich sportlich betätigen kann, ohne wirklich zu merken, dass man Sport treibt, sei in den Schulen willkommen.» Würfelrennen, Ballwurf, OL, Bobby-Car-Biathlon, Sprint, Weitsprung, Menschen-Kicker, 400-m-Lauf, aber auch gemeinsame Auftritte wie beim Seilziehen oder dem Showact, einem im Vorfeld einstudierten Tanz, kommen bei den Schülerinnen und Schülern an. «Die Kinder fragen danach und wollen mitmachen. Ich habe eine sportliche Klasse, alle machen in der Freizeit etwas. Wahlen ist ja eine Handball-Hochburg, da ist man sportlich», lacht Purtschert. Sie ergänzt, dass es keine sportlichen Ambitionen gebe und man nicht die beste Klasse im Laufental sein wolle. Finja (11), die aus der 5. Klasse in Wahlen teilnahm, gefällt der Anlass. «Wir haben zweimal pro Woche Turnen. Wir gehen wandern oder haben einen Sporttag. Wir machen schon etwas.» Amelia (11) aus Zwingen ist ebenfalls mit Eifer dabei. «Dass wir das machen können, ist toll. Aber einige Disziplinen sind schon etwas anstrengend.» Jede und jeder findet beim «Spiel ohne Grenzen» seine Lieblingsdisziplin. Etwa Levin (10) aus Zwingen. «Ich bin im Weitsprung und Ballwerfen sehr gut. Das fällt mir leichter als anderen, ich bin auch in der Jugi.» Luana (11), ebenfalls aus Zwingen, hat es das Bobby-Car-Rennen angetan. «Ich spiele in Breitenbach Fussball, das fehlt hier. Aber es macht Spass.» Ihr Klassenlehrer Yannis Friedli spielt in der 2. Liga beim FC Reinach Fussball. «Wir nahmen auch am Fussball-UBS-Cup teil, mit Luana als einzigem Mädchen. Hier beim ‹Spiel ohne Grenzen› hat es für alle in der Klasse etwas dabei. Wir können uns einen Tag sportlich betätigen, sind draussen, und weil es allen Spass macht, machen sie auch begeistert mit.» Für Friedli hat das Konzept einen grossen Vorteil. «Es zählt die Klasse, so können auch weniger Talentierte aufgefangen werden. Man hilft und unterstützt einander. Das ist ein guter Lernprozess.» Man halte es mit dem olympischen Gedanken: «Mitmachen kommt vor dem Sieg.» Zumindest sei dies in den Anfängen so gewesen, lacht Friedli. Lewis Bonventre, Lehrer der 5. Parallelklasse in Zwingen, bestätigt das. «Die sportliche Betätigung und der Zusammenhalt sind wichtig. Alle geben, was sie können, und es ist unübersehbar, dass alle mit grossem Eifer dabei sind.» Man habe sich im Vorfeld auf den Tag vorbereitet, gibt der Lehrer zu. «Sport ist trotz allem Spass, ja auch ein wenig Vergleichen mit anderen.» Auch das Einstudieren des Tanzes schweisse zusammen. Da zeigen dann plötzlich jene, die nicht so schnell laufen oder den Ball nicht so weit werfen können, dass sie andere Fähigkeiten haben. Die Klassenlehrerinnen und -lehrer erhalten die Ergebnisse — veröffentlicht werden sie jedoch bewusst nicht. «Der Spass soll im Vordergrund stehen und nicht das Ergebnis», betont Friedli. Bei allen Klassen ist klar: «Wir sind auch vom 1. bis 11. Juni 2027 wieder dabei.»

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