Von Mohrenköpfen und Steinbeissern
Die neue Sonderausstellung im Museum Laufental zeigt Interessantes über die Industriegeschichteim Laufental. ZahlreicheBesucher konnten sichanlässlich der Vernissage am vergangenen Donnerstag davon überzeugen.
Der Platz in den Gebäulich-keiten des Museums auf dem Helyeplatz ist eng. «Zu eng für eine vernünftige Begrüssung an einer Vernissage», fand Ernst Horn, Präsident des Vereins Museum Laufental. Die Besucherinnen und Besucher quetschten sich tatsächlich von der Eingangstür durch die Gänge, sodass für den Wochenblatt-Journalisten kaum mehr ein Durchkommen möglich war.
Horn hielt sich deshalb etwas kurz mit seiner Begrüssung, traf den Nagel in seinen kurzen Worten aber auf den Kopf: «Eine spannende Ausstellung, die eindrücklich zeigt, dass das Laufental noch mehr erfunden hat als die Ricola-Bummeli.» Zum Beispiel die Steinhauerei, welche einst prägendes Handwerk in der Region darstellte. Grafisch frisch gestaltete Infotafeln mit leicht lesbaren Texten und zahlreichen Bildern zeigen, dass noch heute einige Firmen erfolgreich in diesem Metier tätig sind. Schliesslich sei auch der Jurakalkstein sehr beliebt, erklärte Hanspeter Steiner. Der Grafiker aus Liesberg ist seit zwei Jahren im Vorstand des Museums Laufental und zuständig für das Ressort Ausstellungen. Im gleichen Raum wie die Steinhauerei wird auch die Aluminium Laufen AG vorgestellt. Dort, wo heute das Birs Center steht, hat die Firma bis 1993 international erfolgreich geschäftet und tut das seither und bis heute in Liesberg (Riederwald).
Zum Zuge kommt in dieser Ausstellung natürlich auch die Laufner Keramik-Industrie, deren erstes Tonwarenwerk 1892 gegründet wurde. Damals wurden Ziegel und Backsteine produziert. Seit 1999 sind das Tonwarenwerk und das Werk der Sanitärprodukte getrennt und unter neuen Besitzern erfolgreich tätig.
Für eine süsse Überraschung – zumindest visuell – sorgt die Firma Rich-terich (gegründet in den 1930er-Jahren), deren Mohrenköpfe in der Region längst Kult sind. In einem Endlosfilm können die Besucherinnen und Besucher die Produktion dieser süssen Versuchungen – Jahresproduktion rund zwei Millionen Stück – verfolgen.
Als Glücksfall für die neue Sonderausstellung bezeichneten Präsident Ernst Horn und Kurator Hanspeter Steiner die in Blauen wohnhafte Barbara van der Meulen, Kunstwissenschaf-terin, die als Beraterin eine «wertvolle Hilfe war». Als Kuratorin der Ausstellung Living Memory im vergangenen Sommer nutzte sie die Gelegenheit, in einem Raum des Museums die Geschichte der Zwingner Papiri noch etwas weiterleben zu lassen. Bilder, ein Film, Protokollbücher und weitere wertvolle Dokumente, die nun in den Besitz des Museums übergehen, können hier eingesehen werden.
Bis Ende Mai 2016 haben Interessierte Gelegenheit, diese und noch weitere Geschichten aus der Laufentaler Industrie kennen zu lernen. Immer am ersten und dritten Sonntag im Monat von14 bis 17.30 Uhr ist das Museum Laufental bei freiem Eintritt geöffnet.






