Von der Eis- zur Einspeishalle
Das südliche Eishallendach speist bald Solarstrom ins Netz ein. Die EBL machts mit ihrer Photovoltaikanlage möglich.

Mit «Laufen hat alles» zeigt das Stedtli an der Birs auch gern seine innovative Seite. Vom sanierten Freibad über die Eishalle bis hin zum Kletterturm. Sogar die Abwärme aus dem Computerraum hilft im Stadthaus mit, andere Räume zu erwärmen. Nur die heute topaktuelle Photovoltaikanlage fehlte bis anhin in der Sammlung. «Ein solches Projekt auf dem Eishallendach fand ich schon bei meinem Amtsantritt vor», wies die zuständige Stadträtin Sabine Asprion an einer Medienorientierung auf frühere Anstrengungen in dieser Richtung hin. Dieses Projekt, das den angespannten Haushalt Laufens «überstrapaziert» hätte, sei dann zum Stillstand gekommen. «Vor einem halben Jahr bekundete die EBL Interesse am grossen Dach mit der optimalen Einstrahlung», begründete Asprion den erneuten Anlauf. Die Vorteile der EBL-eigenen Anlage ortete die Stadträtin im Wegfall der Investitions- und Unterhaltskosten.
«Einen Profit erzielt die Stadt zwar nicht, sie wird aber ihrer Vorbildfunktion in Sachen erneuerbare Energien gerecht», betonte Asprion den wegweisenden Charakter des Projekts.
EBL stellt Weichen rechtzeitig
«Hinter dem Projekt in Laufen steht eine Strategie», begründete Urs Gerster, Leiter Wärmesysteme, das Engagement der EBL. Es gelte nämlich, die rund 500 000 Megawattstunden pro Jahr an nicht erneuerbarer Energie bis 2028 durch erneuerbare Energien aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse zu ersetzen. «Der Ausstieg aus der Kernenergie erfordert deshalb eine sorgfältige, realistische Planung bei den Stromprodukten, beim Ausbau der Stromproduktion sowie bei der Energieeffizienz», bekräftigte Gerster den festen Willen der EBM zum eingeschlagenen neuen Weg. Gerster zeigte aber auch auf, dass dieser Weg in den nächsten 27 Jahren eindrückliche Investitionen erfordert. So investiert die EBL von 2010 bis 2014 allein im Solarbereich 100,7 Millionen Franken. «Bis 2029 nehmen wir rund 400 Millionen Franken für die Produktion von diversifizierter, erneuerbarer Energie in die Hand», rechnete Gerster vor. Eines dieser Investitionssteinchen sei mit 800 000 Franken eben die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Eishalle.
Dächer immer wertvoller
«Dächer werden immer wertvoller», befand Claudio Dallabetta, Solarinstallateur HFA, mit Blick auf das Energiepotenzial des 1323 Quadratmeter grossen Eishallendachs. Von der Grösse her sei das ein «mittleres, aber gutes» Projekt, versicherte der Fachmann. Allerdings müssten die bisherigen Falzziegel weichen, um einer Überbelastung des Dachs vorzubeugen. «Die 1730 schwarzen Solarmodule wirken auf der Alu-Trägerkonstruktion wie eine homogene Fläche», verhiess der Installateur ein attraktives Dachbild. Den Jahresertrag der im April oder Mai fertigen Anlage bezifferte Dallabetta auf 167,64 Megawatt- oder 167'640 Kilowattstunden. Das entspreche in etwa dem Jahresverbrauch von 42 Vierpersonenhaushalten. «Gemeinden können viel bewegen», meinte Stadträtin Sabine Asprion mit Blick auf das Resultat. Und sie sollten es tun.


