Voll tragischer Schönheit
Der Jurassische Kammerchor zelebrierte die Johannes-Passion in der Laufner Katharinenkirche. Ein musikalisches Grossereignis.

Der jurassische Kammerchor, erst vor drei Jahren durch drei Sänger und den Dirigenten Mark Kölliker gegründet, konzentriert sich besonders auf A-cappella-Chorliteratur. An diesem Mittwoch in der Karwoche aber stand mit Bachs Johannespassion ein Werk auf dem Programm, welches nicht nur vom vierstimmigen Chorgesang, sondern erst durch Solistinnen, Solisten und einem Orchester zur vollen Entfaltung gelangte.
Die Aufführung, die – passend – auch am Karfreitag in der Kirche Courroux präsentiert wurde, erwies sich als perfekt eingespieltes Gesamtwerk, welches das in Scharen aufgelaufene Publikum zu schätzen wusste, wie der nicht enden wollende Applaus zum Schluss bewies.
Den Hauptpart bestritt der Tenor Raphael Höhn, der die Rolle des Erzählers sang. Die Solistinnen Verena Gropper (Sopran) und Sylviane Bourban waren für die weiblichen Rollen der Passionsgeschichte verantwortlich, während der Bariton Marián Krejcik die Stimme Jesu intonierte. Ralf Ernst, Bass, gab seine Stimme Pilatus.
Besonders eindrücklich kam der Gesamtchor zur Geltung, welcher – je nach Bedarf – subtil oder fulminant vom Orchester der «Basler Kammersolisten barock» begleitet wurde.
Diese Gesamtaufführung, deren gelungene Verschmelzung unzweifelhaft auch auf das Konto des musikalischen Leiters Mark Kölliker ging, war eine willkommene Alternative zu den üblicheren «leichteren» Konzerten und eine willkommene Gelegenheit, in die Besinnlichkeit der Karwoche abzutauchen.


