Virtuosität und Leidenschaft

Das Kammerorchester Basel und die Solisten Giuliano Carmignola, Sol Gabetta und Dejan Lazic gaben unter der Leitung von Giovanni Antonini in der Katharinenkirche Laufen ein Konzert auf höchstem Niveau.

Im Einklang:  Sol Gabetta am Violoncello spielte mit dem Kammerorchester Basel.
Im Einklang: Sol Gabetta am Violoncello spielte mit dem Kammerorchester Basel.

Mit Virtuosität und Leidenschaft entlockte Sol Gabetta ihrem Barockcello die perfekten Töne. Mit grifftechnischer Souveränität und spielerischer Energie vermochte die gebürtige Argentinierin ihr Publikum vom ersten Moment ihres Auftritts in der Katharinenkirche in Laufen zu verzaubern. Die Cellistin, welche in der Nähe von Basel lebt, gehört zu den ganz Grossen ihres Fachs. Im Rahmen von Kammerkonzerte Laufen fand am letzten Freitag das hochstehende Konzert des Kammerorchesters Basel unterstützt von drei Solisten statt. Eine einmalige Gelegenheit, in dieser barocken Kirche in familiärer Nähe solch professionell gespielte Musik hören zu dürfen. Dementsprechend war das Konzert auch ausverkauft.

Mit Beethovens Ouverture zu Egmont, f-Moll op. 84 eröffnete das Orchester den Abend. Musik, die sofort den Zugang zum Herzen des Publikums fand.
Mit seelischer, körperlicher und mimischer Hingabe interpretierten anschliessend Sol Gabetta, der Geiger Giuliano Carmignola und der Pianist Dejan Lazic Beethovens Tripelkonzert C-Dur op. 56. Giuliano Carmignola gilt als einer der besten italienischen Geiger seiner Generation und als äusserst geschätzter Kammermusiker. Er ist sowohl auf dem barocken als auch auf dem modernen Instrument zu Hause. Ein ungetrübtes Vergnügen war es, dem Kroaten Dejan Lazic bei seinem Fingerspiel über die Tasten zuzuschauen und zuzuhören.

Mit nicht minderer Leidenschaft dirigierte Giovanni Antonini das Basler Kammerorchester und die Solisten, welche, wie zu erwarten, auf höchstem Niveau spielten. Das Orchester verzichtet seit 1999 bewusst auf einen Chefdirigenten und engagiert stattdessen projektspezifische Spezialisten. Giovanni Antonini ist der Gründer des berühmten Ensembles Il Giardino Armonico, welches auf die Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert ist. Als Dirigent arbeitet er immer wieder mit dem Kammerchororchester Basel zusammen.

Nach dem einstündigen Spiel und der Pause folgten an diesem berührenden Beethovenabend im zweiten Teil die Sinfonie Nr. 1, C-Dur op. 21 und als Zugabe die Ouvertüre zum Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus».

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