Vielschichtig wie das Leben
Bereits zum zweiten Mal stellt die Künstlerin Ingrid Gygax in der Galerie des Kulturzentrums Alts Schlachthuus ihre Werke aus. Die Bärschwiler Künstlerin setzt auf wiederverwertete Materialien.

Nicht alle Werke von Ingrid Gygax tragen Namen. Häufig steht da «Ohne Titel». Sind aber Titel vorhanden, wird schnell klar, wovon sich Gygax, die in Bärschwil lebt und arbeitet, unter anderem inspirieren lässt: von der Natur. «Grosser Pilzwald» oder «Tanzende Eichelhütchen» sind zwei Titel von Objekten, die in der Ausstellung «Malerei / Assemblagen / Objekte» zu finden sind. Ihre Arbeiten seien vielschichtig wie das Leben und die Zeit, sagt die Künstlerin. Sie trage auf, nehme wieder weg und lasse so Neues entstehen. Dabei verwende sie vorzugsweise Material aus der Natur: beispielsweise Sumpfkalk, Steinmehl, Sand, Birkenrinde, Mohnkapseln oder auch Kiefernnadeln, verbunden mit Ölfarbe, Wachs oder Acryl — die Liste der verarbeiteten Materialien ist lang. Gygax verwendet für ihre Werke vieles, was sie bei ihren Spaziergängen mit ihren beiden Labrador-Hündinnen findet. Sie findet Verwendung für alte Nägel, Holzpaletten, Wellpappe — Fundstücke, die Spuren des Gebrauchs erkennen lassen, Gegenstände, die als nicht beachtenswert gelten und doch einzigartig seien.
Ingrid Gygax wurde 1947 in Essen geboren. 1983 zog sie nach Basel, wo sie ihre künstlerische Ausbildung vertiefte. Zwischen 1977 und 1993 besuchte sie zahlreiche Kurse und Seminare bei verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland, Italien und der Schweiz. Von 1993 bis 1997 absolvierte sie ein Vollzeitstudium der Malerei an der Assenza-Malschule (Visual Art School) in Basel. Ab 2002 war Ingrid Gygax während sieben Jahren als Kursleiterin im Atelier FarbenRaum in Allschwil (BL) tätig. 2006 zeigte sie ihre Werke erstmals in einer Einzelausstellung in einer Pop-up-Galerie an der Malzgasse in Basel.
Ingrid Gygax stellt in der Galerie Alts Schlachthuus bereits zum zweiten Mal aus. Ihre Bilder sind relativ dicht nebeneinander platziert. Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Ausstellung jedoch beengt, die Werke — in erdigen Farben gehalten — harmonieren miteinander und wirken auch als grosses Ganzes stimmig und beruhigend: Irgendwie scheinen alle Bilder trotz ihrer Einzigartigkeit zusammenzupassen. Zur musikalischen Untermalung der Vernissage vom vergangenen Freitag erklangen Alphornklänge von Esther Racheter, ebenfalls in Bärschwil wohnhaft.
Die Ausstellung dauert noch bis am 22. März. Öffnungszeiten Galerie: Freitag: 17–21 Uhr; Sonntag: 11–16 Uhr. Finissage: Sonntag, 22. März, 11–16 Uhr. Die Künstlerin ist zu den Öffnungszeiten anwesend.


