Himmlisches Jahreskonzert: Der Musikverein Brislach hebt ab
Unter dem Motto «A Sky Full of Brass» zeigte der Musikverein Brislach an seinem Jahreskonzert die Vielfalt galaktischer Kompositionen.

Brislach
Der Auftakt des Konzerts misslang gründlich. Statt pünktlich nach Countdown zu starten, riss ein Kabelbrand die voll besetzte Mehrzweckhalle in schwärzeste Dunkelheit. Zum Glück war diese vermeintliche Panne nur Teil der unterhaltsamen Ansage, in welcher Livia Jeger und Dominik Bieli von einer Raumfahrt rund um den Mond und zurück zur Erde, genauer auf den Turnplatz in Brislach, berichteten.
Musikalisch klappte dagegen alles vom ersten Ton an. Der Musikverein Brislach widmete die Premiere unter Dirigent Adrian Schär dem Himmel und dem Weltraum und konnte mit einem vielfältigen Programm richtiggehend abheben. Mit einem arrangierten Medley aus dem Film «Star Wars» wurde der Massstab gleich mit dem Eröffnungsstück gesetzt und die Brass Band füllte mit Volumen und Brillanz die Halle akustisch aus. Ebenfalls dem Kino entsprang «Skyfall» aus dem gleichnamigen James-Bond-Film. Der Soundtrack stand dem Film um 007 in Sachen Spannung kein bisschen nach. Aus der Serie «Battlestar Galactica» entstammte eine weitere Titelmelodie, die insbesondere das hohe Blech und die Perkussion zur Geltung brachte.
In «A Sky Full of Stars» von Coldplay überzeugte David Jeger, der am Xylofon den rhythmischen Unterbau konzentriert und trotzdem sichtlich vergnügt gewährleistete. «Don’t Let the Sun Go Down on Me» von Elton John entschädigte das Publikum dafür, dass es den richtigen Sonnenuntergang aufgrund der Shuttle-Panne verpasste, das Arrangement setzte mittleres und tiefes Blech stimmig in Szene. Auch die lustvoll gespielten Märsche — «Star Lake» im Konzertprogramm, «Arc-en-Ciel» und «Happy Days are Here Again» als Zugaben — begeisterten restlos.
Der Musikverein Brislach ortet seine Stärke mehr im Unterhaltungsbereich. Dennoch wagte er sich mit «The Dark Side of the Moon» nicht an ein Arrangement des Pink-Floyd-Klassikers, sondern an ein anspruchsvolles Wettstück. Die mehr als 12 Minuten dauernde Komposition erforderte Kondition und Konzentration, bot im Gegenzug aber auch spielerische Abwechslung für alle Register.
Das Konzert endete, wie es begonnen hatte: mit einer Panne. Beim Einmanövrieren des mittlerweile gelandeten Shuttles, welches das Ansagerduo heil von der Mondmission zurückbrachte, liess der unbedarfte Lotse das Gefährt mit Karacho in eine Mauer rasseln. Gekonnt dagegen schloss der Musikverein sein Programm mit «Over the Rainbow» aus dem Film «Der Zauberer von Oz» ab. Arrangeur Frank Bernaerts verpasste dem Klassiker ungewohnte Harmonien, was den Evergreen von den unzähligen bekannten Coverversionen erfrischend abhob.
Adrian Schär hat die Leitung des Musikvereins Brislach Anfang 2026 vorerst als Projektdirigent übernommen, konnte nun aber fix verpflichtet werden. So wird auch er die Brass Band anlässlich des nächsten Höhepunktes im Vereinsjahr, des Vatertagsständeli vom 7. Juni, dirigieren. Der Countdown läuft.


