Verwaltung zwischen Neuanfang und Rechtsstreit
Die Rechnung 2025, ein Sonderkredit für den Gemeindesaal und die personelle Situation auf der Verwaltung prägten die Gemeindeversammlung in Zwingen. Die 41 Stimmberechtigten genehmigten die Jahresrechnung sowie einen Kredit für die Brandschutzsanierung des Gemeindesaals. Abgelehnt wurde dagegen ein Nachtragskredit für den Heizungsersatz in der Primarschule.

Zwingen
Ohne grosse Diskussionen ging die Gemeindeversammlung von vorletztem Mittwoch in Zwingen über die Bühne. Einstimmig genehmigten die 41 Stimmberechtigten die Rechnung 2025. Diese weist einen Aufwandüberschuss von 775000 Franken aus, sowie Bruttoinvestitionen von 2,8 Mio. Franken.
Ist der Vorhang nötig?
Der Gemeinderat beantragte einen Sonderkredit von 100000 Franken zur Sanierung des Gemeindesaals. Dieser weist verschiedene Mängel betreffend Brandschutz auf. Unter anderem sind der Bühnenvorhang und der Vorhang im Erker nicht feuerfest. Der Gemeinderat bekam vom Plenum den Auftrag, abzuklären, ob ein Vorhang überhaupt nötig sei oder ob auf diesen verzichtet werden kann. Der Sonderkredit wurde genehmigt.
Abgelehnt wurde hingegen der Nachtragskredit für den Heizungsersatz der Primarschule von 250000 Franken. 90 Prozent der Vergaben sind abgeschlossen und das Projektbudget weitgehend ausgeschöpft. Es sei davon auszugehen, dass der bestehende Kreditrahmen nicht ausreichen werde, erklärte der Gemeinderat. Ein Votant meinte, man solle das Geld erst bewilligen, wenn es wirklich gebraucht werde. Sei es bereits zuvor genehmigt, würden die Kosten weniger effizient eingehalten. Dieser Meinung war die Mehrheit. Verabschiedet wurde an der Versammlung Michael Schiener, der am 30. Juni sein Amt abgeben wird. Seit 2024 war er als Finanzverwalter angestellt. «Er hat uns trotz Pensionierung im Jahr 2025 in der aktuell finanziell schwierigen Situation bis jetzt weiter unterstützt», erklärte Gemeindepräsident Ermando Imondi. Schwierig war die Situation in Zwingen nicht nur wegen der hohen Verschuldung der Gemeinde. Auch der ehemalige Gemeindeverwalter bereitet der Gemeinde Sorgen. In der Jahresrechnung unter dem Posten «Sonstiger Personalaufwand 131000 Franken» ist zu lesen: «Infolge der Kündigung des Gemeindeverwalters entstand ein Rechtsstreit. In den Aufwendungen sind neben den im Jahr 2025 aufgelaufenen Anwaltskosten auch eine Rückstellung von 30000 Franken für mögliche weitere Kosten bis zum erstinstanzlichen Entscheid enthalten. Es handelt sich um eine Schätzung.» Imondi wollte darüber keine weitere Auskunft geben, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Begrüsst wurde an der Versammlung Julia Bircher, die seit 1. Juni die neue Gemeindeverwalterin ist. Sie leitete vor Jahren erfolgreich die Einwohnerkontrolle von Zwingen und war zudem als Stellvertreterin des Gemeindeverwalters tätig. Die letzten fünf Jahre war sie Gemeindeverwalterin in Liesberg und kehrte nun nach Zwingen zurück.
Unter Verschiedenem teilte Imondi mit, dass der Schulrat seit dem 1. Januar wegen der Kündigung des Gesamtschulrates vom Kanton operativ geführt wurde. Ab 1. Juli wird er wieder von Zwingen geführt. Die Gemeinde sucht noch ein Mitglied für den Schulrat und weiterhin ein Gemeinderatsmitglied.
Eine kleine Diskussion gab es wegen der neuen Gebührenordnung für Vereine. Im Moment werde ein Vereinsreglement erstellt. Die Vereine werden die Möglichkeit haben, dazu Stellung zu nehmen, informierte Imondi.


