Verheerender Fehler zu Beginn

Vor einigen Wochen berichtete das Wochenblatt über das gewagte Vorhaben des Laufners Michael Gauer. Nun ist der Abenteurer wohlbehalten zurück von seiner Expedition über den zugefrorenen Baikalsee. Er hat einen Erlebnisbericht geschrieben, den wir hier in zwei Teilen abdrucken.

Unterwegs mit dem Snowkite: Michael Gauer trotzt der eisigen Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius.  Foto: zvg
Unterwegs mit dem Snowkite: Michael Gauer trotzt der eisigen Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius. Foto: zvg

Nach der langen Anreise endlich alleine auf dem zugefrorenen Baikalsee! Am ersten Tag legte ich ca. 25 Kilometer zu Fuss mit dem Gepäckschlitten im Schlepptau zurück. Die Kulisse unglaublich schön – der gefrorene See, eingebettet zwischen dem Gebirge – Sonnenschein, eisige Kälte und die Einsamkeit merklich spürbar. Nach sechs Stunden Marsch baute ich das erste Camp auf.

Dann geschah das Unfassbare. Obwohl ich mehr mit Outdoor-Kochern als auf einem normalen Herd koche, machte ich einen verheerenden Fehler. Als ich die Pfanne auf die Flamme stellte, bemerkte ich anfangs nicht, dass sich der Telleruntersatz immer noch unter der Pfanne befand. Die Flamme fing zu flackern an. Als ich das Problem erkannte, war es schon zu spät. Das geschmolzene Plastik verstopfte rund fünf Sechstel der Düse. Von diesem Moment an kämpfte ich gegen die Befürchtungen, dass der Kocher jederzeit komplett aussetzen könnte und ich ein Notfallsignal absetzen müsste. Wasserschmelzen mit dieser minimen Gasleistung und das ständige Durstgefühl waren während der ganzen Expedition eine grosse psychische Belastung. Ich wusste zu keiner Zeit, ob der lebenswichtige Gaskocher beim nächsten Mal seine Leistung noch bringt.
Als die Sonne am zweiten Tag langsam hinter den Bergen am Westufer verschwand und ich zurückblickte, konnte ich immer noch meinen Startort erkenne. Es war ein deprimierender Moment, da das Gefühl aufkam, nicht voranzukommen.
...

Den ganzen ersten Teil des Abenteuers lesen Sie im Wochenblatt Nr. 9.

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