Transparenz und Schichtung

Am Freitagabend fand im Kulturzentrum Alts Schlachthuus die Vernissage von Martin Staubs Foto-Bildern statt. Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum 22. März zu sehen.

An Pop Art erinnernde Farbigkeit: Martin Staub vor seinem 26-teiligen Foto-Bild «finger-zeig». Foto: Thomas Brunnschweiler
An Pop Art erinnernde Farbigkeit: Martin Staub vor seinem 26-teiligen Foto-Bild «finger-zeig». Foto: Thomas Brunnschweiler

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch die fliessenden Klavierklänge von Jonathan Stich, dessen Spiel dem zahlreich erschienenen Publikum zu gefallen wusste. Künstlerkollege Andreas Malzach hielt die Vernissagerede, wobei er die Biografie, den künstlerischen Werdegang wie auch die Arbeitsweise von Martin Staub würdigte. Insgesamt 23 Foto-Bilder sind es, die in Staubs dritter Einzelausstellung zu sehen sind. An die Öffentlichkeit trat er erstmals 2005 in einer Doppelausstellung mit Andreas Malzach. Martin Staubs Foto-Bilder sind weder am Bildschirm noch auf einer fotografischen Wiedergabe richtig darzustellen, weil sie die dritte Dimension nutzen. Sie sind «geschichtet» zusammengefügt. Die Grundlage der Bilder sind digital hergestellte Fotos, die der Künstler auf seinen Reisen und in seiner Umgebung macht. Sie wandern zuerst in sein Fotoarchiv, wo sie der Weiterverarbeitung harren.

Heiter bis hintergründig

Ausschnitte unterschiedlicher Bildmotive werden mit Inkjet-Drucktechnik auf Acrylglas gebracht, von hinten wie vorne, was bereits einen räumlichen Eindruck ergibt. Staub spielt auch mit dem Unterschied von Airbrush-Technik und klar umrandetem Druck und kombiniert matten und glänzenden Auftrag. Oft kommen verschiebbare Plexiglaselemente dazu, mit denen sich ein Bild verändern lässt.

Martin Staub verlässt in seinen Foto-Bildern den Raum des Dokumentarischen, er komponiert, lässt neue Bildwelten entstehen, manchmal dekorativ, aber auch hintergründig oder mit fragendem Gestus. «S(ch)ichtweise», der Titel der Ausstellung, zeigt schlaglichtartig Staubs Verständnis des Sehens als einer Durchdringung von Schichten. Andreas Malzach machte darauf aufmerksam, dass die Grundeinstellung des Künstlers zur Welt eine positive sei. Das dreiteilige Bild «time-out» mit dem Goethe-Zitat «Über allen Gipfeln ist Ruh» entstand unter dem Eindruck des Goethe-Waldhäuschens bei Ilmenau in Thüringen, wohin unter anderem die Leserreise des Wochenblatts im letzten Jahr führte.

Interessante Biografie

Martin Staub war ursprünglich Chemielaborant, liess sich dann zum Lehrer umschulen und ist seit 13 Jahren Chefredaktor des Wochenblatts für das Laufental und das Schwarzbubenland. Seine Kenntnisse in Chemie kamen ihm in seinem Fotolabor zugute, welches er in der analogen Phase seiner Fotografie noch betrieb. Heute komponiert Staub seine Bilder am Computer. Was bei all seinen Foto-Bildern auffällt, sind die sorgfältige Komposition sowie die handwerkliche Akribie und Raffinesse. Die Ausstellung sei allen kunstliebenden Menschen ans Herz gelegt.

 

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