Töpfe für kluge Köpfe
Vier Gruppen einerLaufner Gymnasialklasse entwickelten Blumentöpfe und produziertendieselben in einer selbst gegründeten Firma.Strategie, Prozesse, Personalrekrutierung, Werbung und Finanzen wurden in der Übungsanlageausgeheckt.
Tue Gutes für die Umwelt, lautete die Botschaft der Firma DemeTec, die den raffinierten Blumentopf «HumiPot» erfand. Mit einer Solarzelle wurde die erforderliche Lichtmenge gemessen und ein ausgeklügeltes Wassersystem sorgte für genügende Feuchtigkeit. «Unsere Dividendenpolitik wird den Aktionären gefallen», meinte stolz die Firmenchefin. Der Umsatz habe sich verdoppelt und der Reingewinn sei entsprechend gestiegen. Immerhin musste sie zugeben, dass zu viel produziert wurde und die Konkurrenz einfach billiger war. Übungsleiter Ralph Hirs lobte die gelungene Präsentation und die projizierten Charts.
Er begleitete die vier Gruppen zu je fünf Gymnasiastinnen und Gymnasiasten während einer Woche im Bürogebäude der Aluminium Laufen AG in Liesberg. Mit den Jugendlichen erarbeitete er Visionen, Strategien und Konzepte, die im Projekt Wirtschaftswoche der Ernst-Schmidheiny-Stiftung mit der realen Wirtschaftswelt konfrontiert wurden. Finanziell unterstützt wurden die jährlichen Wirtschaftswochen von der Handelskammer beider Basel und dem Industrieverband Laufen-Thier-stein-Dorneck-Birseck. Parallel zu diesem Lehrgang absolvierte eine zweite Gymnasialklasse einen gleichen Lehrgang in La Ferrière.
Töpfchen mit Köpfchen priesen die Verantwortlichen der Firma Bluto AG an, die mit einer futuristischen runden Form auf den Markt kamen. Die Produkte wurden auf Planetennamen wie Luna, Mars und Terra getauft und waren auch im Online-Handel erhältlich. Gute Qualität und hohe Kundenzufriedenheit hatte sich die Firma auf die Fahne geschrieben. Dass die Bluto AG in finanzielle Turbulenzen kam und dies auch unumwunden zugab, lobte Fachlehrer Ralph Hirz als mutig und ehrlich.
Dass den Innovationen keine Grenzen gesetzt sind, bewies die Gruppe der Firma Future Botany, die ihre Blumentöpfe per Handy-App mit Wasser und Dünger versorgten. «Grow with us» lautete ihr Motto, das sich vor allem anfinanziell potente Kunden wandte. Mit Hochglanzprospekten und coolen Events sollten die Töpfe «Le Pot» an die Frau gebracht werden. «Wir sind die Besten», meinte Firmenchefin Laura Stein. «Kann ich mich auf die Dividende verlassen?», fragte ein misstrauischer Aktionär. «Keine Angst, wir werden sie sogar noch erhöhen!», lautete die vielversprechende Antwort.
Für einen hörenswerten Radioclip sorgte die Firma GreenThumbTec und erntete damit Applaus beim Publikum. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit waren den Firmenverantwortlichen sehr wichtig. Mit anschaulichen Grafiken und einer Prise Humor meisterten sie ihre Vorstellungen. «Eure Arbeiten haben mir riesig Spass gemacht», sagte am Schluss Fachlehrer Ralph Hirs. Die Jugendlichen hätten sehr diszipliniert gearbeitet und seien immer pünktlich zur Ausbildung erschienen. In einem kurzen Referat verglich er die einzelnen Arbeiten und strich Stärken und Schwächen heraus. Eine lehrreiche Woche im harten Alltag des Business.






