Stimmungsvolles Adventskonzert machte die Herzen weit

Der Gemischte Chor Röschenz liess sein Publikum mit schönen, gefühlvollen Liedern richtig in die Adventszeit eintauchen und mit Mund und Herzen mitsingen.

Besinnliches Konzert: Der Gemischten Chor Röschenz. Foto: Roland Bürki
Besinnliches Konzert: Der Gemischten Chor Röschenz. Foto: Roland Bürki

Wer hat nicht schon Ältere unter uns von der früher speziellen, besinnlichen Adventszeit schwärmen hören? Ohne blinkende LED-Orgien und die allgegenwärtigen rot-weissen Nikolausmützen, dafür mit warmem Kerzenlicht. Der Gemischte Chor Röschenz machte solches am vergangenen Wochenende wieder einmal wahr. Eine schlichte Tanne, ein goldener Stern neben der Kanzel und flackerndes Kerzenlicht in den Händen der in die reformierte Kirche einziehenden Chorleute zauberten dieses unbestimmte, geheimnisvolle Gefühl in den Kirchenraum. «Wir haben seit August mit unserer neuen Dirigentin Regina Tondi, einer Gesangslehrerin, Chorleiterin und freischaffenden Konzertsängerin, an unserem Adventskonzert gearbeitet», verhiess Moderatorin Charlotte Kübler eine abwechslungsreiche Weihnachts- und Winterstimmung. Mit dem Kanon «Alles verrinnt, Leben, Sonne, Zeit» startete der Chor in eine frohe Stunde des Gesangs, aber auch des persönlichen Nachdenkens. Die 16 Sängerinnen und sechs Sänger brachten in den sieben a cappella gesungenen Liedern ihre schönen, ausdrucksstarken Stimmen voll zur Geltung, fühlten sich aber auch sichtlich wohl, wenn Klavierlehrerin Florence Schiefer am Piano und der vierzehnjährige Cédric Naef am Schlagzeug in den dreizehn andern Songs für musikalische und rhythmische Farbe sorgten.

Die Weihnachtsbotschaftim Wandel der Zeit

Nicht nur die Melodien haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, auch die Form der Frohen Botschaft. In «En natus est Emmanuel» etwa besang der Chor mittelalterlich-feierlich die Geburt Christi, während er im modernen spanisch-englischen «Feliz Navidad» auf eingängige Art die Heilige Nacht mit den besten Wünschen verknüpfte. «‹White Christmas› ist mit 50 Millionen die wohl meistverkaufte Single», kündigte Charlotte Kübler das Lied an, das seit den 1940er-Jahren der Inbegriff für romantische weisse Weihnachten ist, im deutschen Text die Geburt Jesu aber vage als «Fest der Liebe» umschreibt. Das Lied selbst mit dem markanten Klavierintro begeisterte die Konzertbesucher genauso wie «Weihnacht, frohe Weihnacht» aus dem Film «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel». Dass Dirigentin Regina Tondi das Publikum zum Mitsingen aufforderte und augenzwinkernd zusicherte, der Chor singe auch mit, erwies sich als goldrichtig: Wohl in keinem Gottesdienst erschallte es so aus voller Kehle wie am Sonntag, etwa in «Dona nobis pacem», «Leise rieselt der Schnee» oder «If you’re happy». Das explizit auf die Adventszeit zugeschnittene Konzert des Gemischten Chors mit rund 20 Liedern trug seine Früchte: Es machte die Herzen weit und happy. Jedenfalls wollte am Schluss der Beifall kein Ende nehmen. Es war einfach «vorzüglich», wie ein Mann am Ausgang treffend feststellte.

 

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