STEP für STEP durch den Umzug

Der Stadtentwicklungsplan und das farbige Bänkli schafften den Sprung nach ganz oben. Aber Laufen hatte sonst (fast) alles an Sujets.

Erstbesteigung des Matterhorns anno 1865: Die Gugge Agfrässeni Laufen war dabei. Fotos: Roland Bürki

Erstbesteigung des Matterhorns anno 1865: Die Gugge Agfrässeni Laufen war dabei. Fotos: Roland Bürki

Polyvalente Tunnelbohrmaschine: Der Pfaffenbergler in Aktion.

Polyvalente Tunnelbohrmaschine: Der Pfaffenbergler in Aktion.

Weisser gehts nimmer: Der Tambourmajor der Pfluderi Fäger Clique musste Farbe lassen für ein Bänkli.

Weisser gehts nimmer: Der Tambourmajor der Pfluderi Fäger Clique musste Farbe lassen für ein Bänkli.

Eine mittlere Unzufriedenheit mit den «sesselfurzenden» Stadträten löste milde gesagt STEP, das Stadtentwicklungsprogramm, aus, das bisher lediglich eine Maus geboren habe, nämlich das farbige Bänkli. «Lieber Selfies verschicke statt s Stadtbild entwickle», rieten deshalb die Millenium-Waggis auf ihrem Zödel. Das Bänkli selbst tauchte nicht nur auf der Plakette, sondern auch auf Wagen, Kostümen, Zödeln und auch auf der einzigen Laterne auf. Die Pfluderi Fäger Clique stellte darauf fest:

E Strich ufem Füdle,

nei nid vom schi…,

vom früsch gstrichene Bank,

und nit e wisse

Völlig weiss daher kam dafür ihr Tambourmajor als St. Martin vom Untertor, dessen Farben die Stadt für das Streichen des Bänkli gestohlen habe. Natürlich liess auch die «abgeschiffte» Kantonsfusion grüssen. Lakonisch stellten die scharfe Hüpfer fest: DFusion isch gstorbe. Die wildwestlichen Haxen-Waggis trugen es mit Fassung und festeten nach dem ungleichen Duell zwischen BS und BL in ihrem Saloon einfach weiter. Nur die bäuerlich gewandeten Hammer-Waggis griffen nochmals zum Hammer:

Mit dr Heugable i dr Hand

kämpfe mir für Baselland

Gegen «Ibruch, Diebstahl, Überfall – Laufetal» kämpften nicht nur die National-Waggis, sondern auch die Chaote-Waggis mit Stadtpolizist Wey im Doppelpack und die Nonsens-Waggis mit ihrer Hillbilly-Wach:

Däm luege mir nit länger zue

und mache am Chall d Gränze zue

Erstaunlich viele lokale und regionale, aber auch globale Themen machten im Umzug die Runde. So tauchte Mamma Kern in zigfacher Anzahl bei der Guggemusik Schwitzchäschte auf, die Smäschers setzen mit einem Müsterli am Zödel mehr auf Ricola-Chrüterchraft als auf den Rosengarten und die Gugge Agfrässeni Laufen zog es auf das Matterhorn von 1865. Als schwarze «Elschtere oder Aegerschte» liess die Nasegrübler Gugge mit einem Superzödel mächtig Dampf ab über Dinge, die nicht «elsternfreundlich» glänzen, so auch über Baustellen:

Und wotsch is Thierstei

ischs zum Gränne

am liebschte würdi

dStross zBrislach spränge

Beim Thema Sprengen kamen die Tausenden von Zuschauern einmal mehr nicht am Pfaffenbergler vorbei. Wie der tüftelnde Brislacher sein Velo zu einer rotierenden Tunnelbohrmaschine ausgebaut hatte, löste Staunen aus. Ob er damit die letztes Jahr verhinderte Sprengung in Brislach für eine Umfahrung von Laufen nun selbst ausführt, war nicht zu eruieren. Aber etwas verriet sein Zödel doch:

I ha boll der Verdacht,

dr Bipperi het e heimlichi Erschliessig

vo dä Schwarzbuebe gmacht

und

Hinger jedem Loch

steckt sicher ä Borer

«Einmal falsch bohre, scho isch s Brunnewasser (z Brislech) verlore», zeigten die Sagg-Rattä, dass nicht alle das Anzapfen verstehen. Natürlich hatte es noch viel mehr Sujets: Die Cliquenjubiläen, die bedrohten Eisbären, Conchita Wurst, der nasse Sommer 2014, das Baustellen-Chaos, Lion King oder die unbekannte weisse Raffaello-Dame, die doch so gerne auch mal in die Medien käme…

 

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