Spitex im Umbruch

Die Baselbieter Spitex-Organisationen sind gut aufgestellt, stehen aber vor grossen Herausforderungen.

Ehrung zum Rücktritt: Juliana Nufer und das zurückgetretene Vorstandsmitglied Hansruedi Ritz.   Foto: Thomas Immoos
Ehrung zum Rücktritt: Juliana Nufer und das zurückgetretene Vorstandsmitglied Hansruedi Ritz. Foto: Thomas Immoos

Die Präsidentin des Spitex-Verbandes Baselland (SVBL), die Laufner Stadträtin Juliana Nufer-Gerster, begrüsste vorgestern rund 70 Delegierte in der Aula des Gymnasiums Laufen. Der Verband ist gut aufgestellt und bringt vielfältige Dienstleistungen vor allem für die ältere Bevölkerung im ganzen Kanton.

FAGE-Ausbildung bei der Spitex
Die Delegierten wurden orientiert über verschiedene Änderungen der nächsten Zeit. Die seit Anfang 2012 geltenden Ausbildungsvorschriften führen dazu, dass die Spitex künftig auch Fachangestellte Gesundheit (FAGE) ausbilden. Bis es soweit ist, soll im Verband eine Vernehmlassung durchgeführt werden, um an der Herbst-DV darüber befinden zu können. Noch sei vieles unklar, stellte SVBL-Geschäftsführer Lukas Bäumle fest, aber: «Wir haben in diesem Bereich Nachholbedarf.»

Überhaupt sieht sich der Verband zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt. Vor allem private Anbieter drängen auf den Markt. Hier müssen sich, so Vorstandsmitglied Markus Gisin, die gemeinnützigen Spitex-Organisationen behaupten. Deshalb müsse deren Profil gestärkt werden; die «Marke Spitex» soll für Qualität stehen. Die Kunden sollen bei ihrer vertrauten kommunalen oder regionalen Spitex-Organisation bleiben, solange sie deren Dienste beanspruchen müssen.

Ein weiteres Problem ist die Pflegefinanzierung. Mit einigen Versicherern, so mit tarifsuisse habe man sich einigen können, betonte Kassier Thomas Rudin. «Die Verhandlungen mit Helsana, KPT und Sanitas sind dagegen am Scheitern.» Deshalb will der Verband bei den zuständigen Behörden vorstellig werden und eine Tarif-Festsetzung durch den Kanton beantragen.

Drei Rücktritte
Aus dem Vorstand zurückgetreten sind Marianne Bärtschi, Thomas Rudin und Hansruedi Ritz. Ritz und Rudin hatten dem Vorstand seit der Neuorganisation im Jahre 2003 angehört. Für die drei Zurückgetretenen wurden Claudia Wussler (Binningen), Beatrix Rudin (Sissach) und die Kommunikationsfachfrau Marion Tarrach gewählt.

Dass man eine weitere «spitex-externe Person» in den Vorstand vorschlage, wurde von einer Delegierten kritisiert. Der Vorschlag hat aber einen Hauptgrund: Es fehle dem Vorstand am heute wichtigen Know-how in Sachen Kommunikation und Marketing, gab Verbandspräsidentin Juliana Nufer unumwunden zu. Indem die Hälfte des Vorstandes nicht mehr «echte» Spitexmitarbeiterinnen sind, wurde eine Statutenbestimmung verletzt. Dieser Mangel soll bei nächster Gelegenheit behoben werden, versprach Nufer.

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