«Solange wir hier sind, soll keinBaby mehr ertrinken»

Bruno Knobel aus Laufen war während zweierWochen als Helfer inGriechenland. In einem emotional bewegenden Vortrag erzählte er vom Ankommen der Flücht-linge auf Lesbos.

Schätzt das Engagement: Der Eritreer Yohannes Adhanom dankt spontan Bruno Knobel (r.) und Linard Candreia (l.). Fotos: Gaby Walther

Schätzt das Engagement: Der Eritreer Yohannes Adhanom dankt spontan Bruno Knobel (r.) und Linard Candreia (l.). Fotos: Gaby Walther

Musik verbindet über die nationalen Grenzen hinaus: Beiträge der Musikschule Laufen umrahmten den Vortrag.

Musik verbindet über die nationalen Grenzen hinaus: Beiträge der Musikschule Laufen umrahmten den Vortrag.

Die andalusischen Feuerwehrleute gehen ins Wasser, um das ankommende Boot zu empfangen. Denn gerade beim Ankommen der Boote ist die Situation wegen der Unerfahrenheit des Steuermanns und des unkontrollierten Aussteigens der Insassen heikel. Doch die Andalusier haben sich vorgenommen, dass solange sie in Lesbos im Einsatz sind, kein Baby mehr ertrinken soll.» Ein kurzes Schluchzen ist zu vernehmen. Die Geschichten, die Bruno Knobel erzählt, lassen niemanden kalt. Auch die drei syrischen Frauen, die wie die anderen rund 50 Gäste dem Vortrag im Kirchgemeindehaus Laufen zuhören, sind bewegt, wissen sie doch, welches Leiden die Flüchtlinge schon vor der langen Reise in ihrem Land auf sich genommen hatten. «Laut offiziellen Zahlen sind 10 Millionen Syrier, davon 50 Prozent unter 18 Jahren, auf der Flucht», erzählt Knobel. Im Februar flog er für zwei Wochen nach Lesbos, um den Flüchtlingen, wie zahlreiche weitere Freiwillige aus den verschiedensten Nationen, zu helfen. Mit seinem Vortrag vom letzten Donnerstag möchte er die Menschen anregen, sich mit der Flüchtlingssitua-tion in der Region auseinanderzusetzen und sich für die Migranten in irgendeiner Art und Weise zu engagieren.

Wie dieses Engagement aussehen könnte, stand an diesem Abend noch offen, doch die Besuchenden konnten sich in eine Liste eintragen. In einem weiteren Treffen soll in einem Brainstorming überlegt werden, wie man sich einbringen könnte, denn ein schnelles Rezept, wie geholfen werden kann, weiss auch Knobel nicht. Es liege aber an uns, mit welcher Einstellung wir diesen Menschen begegnen, zusammenleben müssen wir sowieso mit ihnen. Eine Syrerin dankte in der anschliessenden Diskus-sion für den Vortrag. Sie schätzt es sehr, dass sich so viele Menschen für das Schicksal ihrer Landsleute interessieren. Ein Eritreer, der sich ebenfalls sehr dankbar zeigte, wünschte sich, dass es für die aufgenommenen Menschen in der Schweiz vermehrt Arbeits- oder Beschäftigungsmöglichkeiten gebe.

Der eindrückliche Abend wurde von Landrat Linard Candreia moderiert und musikalisch von Schülerinnen und Schülern der Musikschule Laufental Thierstein umrahmt.

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