Schulhaus Serafin eine Million teurer
Die Gemeindeversammlung von Laufen bewilligte die Schlussabrechnung des neuen Schulhauses über 20,65 Mio. Franken und hiess die Schüler der 3. bis 6. Klasse von Nenzlingen in der neuen Primarschule willkommen.

Die Bauteuerung, Erhöhung der Mehrwertsteuer, Umgebungsarbeiten und Mehraufwendungen bei der Sanierung der alten Schulliegenschaften hätten zur Kostenüberschreitung von einer Million Franken beim Neubau der Primarschule Serafin geführt, erklärte Präsident Alexander Imhof an der Gemeindeversammlung von Laufen. Trotzdem sei er stolz auf die tolle Schule mit Konzertsaal und Doppelturnhalle. Laufen könne das verkraften und habe an Ansehen gewonnen. Zudem seien die Zinsen gegenwärtig sehr tief und der Neubau werde auf 40 Jahre abgeschrieben.
Problemlos bewilligte die Versammlung die Anfrage der Gemeinde Nenzlingen, ihre Primarschulkinder der 3. bis 6. Klasse in Laufen aufzunehmen. Nenzlingen kämpft mit hohen Kosten im Bildungswesen und rückläufigen Schülerzahlen, weshalb sie die oberen Klassen nach Laufen und die Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler nach Blauen schicken möchte. Nach Laufen fahren die Kinder mit dem Postauto, nach Blauen mit einem Schulbus. «Wir können uns eine Schule mit so wenig Kindern einfach nicht mehr leisten», meinte die Nenzlinger Gemeindepräsidentin Therese Conrad. Sie sei sehr froh, dass Laufen zu dieser Lösung Hand biete, denn es sei für beide Seiten eine vorteilhafte Lösung. Mit diesem Schulkonzept spare Nenzlingen 160000 Franken. In Laufen müssen keine neuen Klassen eröffnet werden und der Vertrag sei auf ein halbes Jahr per 31. Juli kündbar.
Grosse Diskussionen entfachte auch das neue Polizeireglement, das den beiden Stadtpolizisten zusätzliche Aufgaben zuweist und mehr Kompetenzen verleiht. So können Bussen für verkehrswidriges Verhalten, für weggeworfenen Abfall, für Ruhestörung oder für das Einklemmen von Flyern unter den Scheibenwischer ausgesprochen werden. Sie haben auch die Möglichkeit, unerwünschte Personen wegzuweisen. «Bei Reklamationen ruft aber bitte immer die Nummer 112 an», mahnte Stadtpolizist Max Wey.
Dass Laufen finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, ist ein offenes Geheimnis. Roland Mamie hatte deshalb an der letzten Gemeindeversammlung den Antrag gestellt, dass die jährlichen Investitionen mindestens zu 25 Prozent aus dem Jahresgewinn gedeckt werden können. Der Stadtrat will aber von einer solchen Einschränkung nichts wissen und verweist auf die Schuldenbremse, die bei einem Bilanzfehlbetrag zwingend zu einer Steuererhöhung führt. «Wir müssen ohnehin jede Investition vor die GV bringen, so dass die Bevölkerung immer nein sagen kann», argumentierte Präsident Imhof. Diese starre Regel schränke die Handlungsfreiheit der ganzen Gemeinde ein. Georg Schnell bedauerte die Haltung des Stadtrats und verlangte Massnahmen, die weh tun! «Ich bin gespannt auf die Rechnung 2014 und das Budget 2016», liess er sich vernehmen. Mit 28 zu 23 Stimmen beschloss die Versammlung, den Antrag von Roland Mamie, den Selbstfinanzierungsgrad auf mindestens 25 Prozent festzulegen, als nicht erheblich abzuschreiben.


