«S chline Stärnli» zeigte es allen

Die Uraufführung des berührenden Weihnachtsmusicals «›s Liecht vom chline Stärn» liess das Publikum die Weihnachtsgeschichte aus Sicht eines kleinen, unscheinbaren Sternchens erleben, das durch göttlichen Auftrag zum leuchtenden Stern von Bethlehem avanciert.

Im Sternenlicht: Rund 80 Schulkinder singen unter Leitung von Musiklehrerin Natalia Hofer. Paul Stebler, Erzähler/Klarinette (vorne), sowie Daniel Inglin, Klarinette, und verdeckt Sebastian Schmid am Schlagzeug. Foto: Roland Bürki
Im Sternenlicht: Rund 80 Schulkinder singen unter Leitung von Musiklehrerin Natalia Hofer. Paul Stebler, Erzähler/Klarinette (vorne), sowie Daniel Inglin, Klarinette, und verdeckt Sebastian Schmid am Schlagzeug. Foto: Roland Bürki

Eine abgedunkelte Kirche und zahlreiche Kerzenlichter auf den Kirchenbänken sorgen an diesem nassen Donnerstagabend für genau diese Stimmung, die das unscheinbare kleine Sternchen in dieser von Sprecher Paul Stebler erzählten Weihnachtsgeschichte braucht, weil es eben nicht so stark leuchten kann.

«S Lüüchte, das isch nit so stark und s cha nit alls so guet. Es fühlt sich schwach und villnisch o fehlt ihm ganz eifach Muet», singen rund 80 Kinder der 1.–6. Wahlner Primarklassen unter Leitung von Natalia Hofer in ihrem ersten Lied über das Sternchen. Dieses nimmt aber trotz seiner Schwächen immer wieder Anteil an den Leiden der Menschen auf Erden. Dennoch, am Firmament unter Sternen geht es nicht anders zu als unter Menschen, wie vom Erzähler zu erfahren ist. «Nei, so ne Stärnli wei mer nit, wei mir nit, wills numme Ärger git», singt der ganze Schülerchor stellvertretend für die unzähligen überheblichen Sterne am Himmel.

Doch dem bedauernswerten kleinen Sternchen wird geholfen. Es soll nämlich nach dem Willen Gottes in allernächster Zeit extrem hell leuchten und damit alle Menschen auf die Geburt eines ganz besonderen Kindleins aufmerksam machen. «Jo, euses chline Stärnli macht das richtig guet», singt begeistert der Schülerchor, als es nach Jesu Geburt den Hirten, Weisen und allen anderen Leuten mit seinem langen leuchtenden Schweif den Weg zur Krippe in Bethlehem weist. Für das «Stärnli» sicher ein Happy End, wäre da nicht dieser König Herodes, der aus Furcht vor dem prophezeiten «König der Juden» alle männlichen Neugeborenen umbringen lässt.

Im mitreissenden Herodes-Rap klagen die Schulkinder den Mörder an: «Herodes, was hesch du so Schrecklichs gmacht, im Land und dim Härz isch so feischteri Nacht!» Und so verhilft das kleine grosse Sternchen mit seinem Licht Maria und Josef zur rettenden Flucht nach Ägypten. Eine Flucht, wie sie wegen mörderischer Kriege auch heute Menschen vom Vertrauten losreisst, so Erzähler Paul Stebler. Dem Publikum gefällt das kurzweilig inszenierte Musical von Beginn weg. Die von Musiklehrerin Natalia Hofer getexteten und komponierten acht Lieder berühren und erfreuen von der Kraft der Dialektsprache und von den eingängigen Melodien bis zum stürmisch beklatschten hämmernden Herodes Rap. Und die eingeblendeten Bilder von Denise Jeker zeigen ein «Stärnli», das in seinem Glauben an das Gute im Menschen wächst. So singen am Ende alle «Chinge»: «Ganz egal, öb gross, öb chli, jede cha ne Stärnli si, mach di uf, nimm s Stärnli mit, wills ä Huffe z hälfe git.» Der Beifall will kein Ende nehmen, bis sich Beatrix Bokhoven vom Verein Sternentaler für die hilfreiche Spende der Kollekte bedankt: «Damit zünden wir Lichter an in Familien mit einem kranken, behinderten oder einem Sternenkind.» Mit Pfarrer Stephan Stadlers Bitte um «Segen für das ganze Jahr» scheint so etwas wie Weihnachten über die Gesichter der Anwesenden zu leuchten, die sich zu den Segensworten an den Händen halten.

Das Musical ist auch am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, um 17.00 Uhr in der Kirche Büsserach mit Primarschülern und Kindergärtlern aus Büsserach zu hören. Dort sind auch Kinderbuch und CD zum Stärnli-Musical zu 30 Franken erhältlich.

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