Runder Tisch soll über Zukunft der Flugtage diskutieren
Der Gemeinderat beschloss am Montag, alle an den Flugtagen involvierten Parteien an einen runden Tisch einzuladen. Einwohnergemeinde, Segelfluggruppe, Bazl und selbstverständlich die Bevölkerung sollen einen gemeinsamen Nenner zur Zukunft und allenfalls Ausgestaltung der künftigen Flugtage finden.

Unsere Bevölkerung, die seit Jahren einen Grossteil der Helferinnen und Helfer stellt und sich mit den Flugtagen traditionell verbunden fühlt, ist seit der tragischen Kollision zweier Leichtflugzeuge verunsichert oder gar verängstigt», erklärt Gemeindevizepräsident Edi Jermann, zuständig für Sicherheit, dem Wochenblatt während einer kurzen Unterbrechung der Ratssitzung. Ein Gang zur nahen Absturzstelle, die exakt auf der Strassenmarkierung «Schule» liegt, macht deutlich, mit wie viel Glück Dittingen an einem noch grösseren Unglück vorbeigeschrammt ist. Für Jermann, der an diesem Montagabend anstelle der ortsabwesenden Gemeindepräsidentin Regina Weibel die Gemeinderatssitzung leitet, ist deshalb klar, dass der Gemeinderat gefordert ist, der Verunsicherung und der Verängstigung der Bevölkerung zu begegnen.
Einer Bevölkerung, die am schwarzen 23.August in Sachen Nachbarschaftshilfe sensationell über sich hinausgewachsen sei: «Dittingen ist ein Dorf, wo man sich gegenseitig hilft und das Dorfleben noch intakt ist.»
Die Gedanken von Edi Jermann, Edmond Bernard, Sven Stegmüller und Marco Zutter sind in diesem Moment aber auch beim ums Leben gekommenen Piloten, der vermutlich in dieser Strasse noch einen allerletzten Ausweg gesehen habe. «Unser tief empfundenes Beileid gilt seinen Angehörigen», zeigen die vier Gemeinderäte Emotionen. Insbesondere ein trauriger Edi Jermann, der als Verantwortlicher für die Sicherheit und als Mitglied des Krisenstabes Gemeinde/Segelfluggruppe Dittingen (SGD) in vielen zusätzlichen Stunden ganz einfach nur noch funktioniert hat.
Gemeinderat setzt auf runden Tisch
Wie die vier Ratsmitglieder dem Wochenblatt erklären, haben sie die Frage «Flugtage – wie weiter?» eine gute Stunde lang intensiv und kontrovers diskutiert. «Klar ist, dass die Kompetenzen in Sachen Flugbetrieb sowohl an den Flugtagen als auch im normalen Flugplatzbetrieb beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) liegen, der Einfluss der Gemeinde beschränkt sich auf die Aktivitäten auf dem Boden», beschreibt Jermann die Verteilung der Zuständigkeiten. Für den Gemeinderat ganz wichtig sei die Tatsache, dass das vom Bazl genehmigte «Betriebsreglement für das Flugfeld Dittingen» während des ganzen Jahres eine Motorflugzeugverbotszone über das gesamte Siedlungsgebiet von Dittingen verhängt und für Über-flüge der Nachbargemeinden eine Flughöhe von mindestens 1000 Meternvorschreibt.
«Aber», schränkt der Gemeindevizepräsident ein, «für die Flugtage regelt das Bazl die Überflüge über das Dorf.» Nach Abwägen all dieser Fakten habe sich der Gemeinderat zur Schaffungeines runden Tisches entschieden, so Jermann. Die Bevölkerung, die Segelfluggruppe Dittingen, das Bazl und der Gemeinderat hätten so die Gelegenheit, sich über Ängste, Fragen, Vorschläge auszutauschen und konstruktive Lösungen für künftige Flug-Events zu finden.


