Rot vermittelt Mut und Tatkraft

Vernissage Charles Blockey: «Place Red» nennt der Künstler seine Werke, die zurzeit im Kulturforum Laufen zu sehen sind.

Rot: Charles Blockey (links) und Dieter Buchwalder eröffneten die Vernissage mit einer gemeinsamen Performance.  Foto: Thomas Immoos
Rot: Charles Blockey (links) und Dieter Buchwalder eröffneten die Vernissage mit einer gemeinsamen Performance. Foto: Thomas Immoos

Es war eine ungewöhnliche Vernissage am vergangenen Freitag im Kulturforum «Alts Schlachthuus» in Laufen. Mitten im Ausstellungsraum liegen neun quadratische Bilder, ihrerseits zu einem Quadrat angeordnet. Drumherum stehen die interessierten Vernissage-Besucher, Mitglieder des Kulturforum-Vorstandes sowie natürlich der Künstler Charles Blockey selber. Die Vernissage war mit dem Untertitel «Performance» angekündigt worden.

Der Ausstellungsraum, behängt mit zahlreichen jüngsten Werken des 52-jährigen Künstlers, wird abgedunkelt. Helle Klänge eines Glasinstrumentes erfüllen den Raum. Blockey, mit einem braunen Aktenkoffer in der Hand, zieht seine Schuhe aus, geht gemessenen Schrittes zu einem Schemel, wo er sich platziert. Hier entnimmt er seinem Koffer die Malutensilien und Farbtöpfchen und beginnt mit Wasserfarben weisse A4-Blätter zu bemalen.
Es ist faszinierend, dem Künstler bei der Arbeit zuzuschauen. Eine Kamera projiziert das Schaffen an die Wand, sodass alle Besucher dem Künstler quasi über die Schulter schauen können. Rote Farbtupfer, durchzogen von dünnen schwarzen Linien neben kräftigem Grün und Gelb und Braun. Ein Blatt entsteht, ein zweites. Blockey hält das zweite Bild über das erste, sodass sie zu einem Bild verschmelzen, für Sekunden nur, flüchtig wie ein Schmetterling.

Zwischendurch rezitiert er einige eigene Texte, passend zum eben Gemalten.
«Les papillons» steht schliesslich am Schluss der Performance auf der Projektion. Die Bilder, die ad hoc geschaffenen wie auch die grossformatigen an den Wänden und am Boden, erinnern denn auch entfernt an die Texturen auf Schmetterlingsflügeln. Gegenständlich zu malen, ist aber nicht die Absicht Blockeys, er ritzt bewusst und raffiniert die Grenze zwischen Abstraktem und Gegenständlichem. Und dem Ausstellungstitel gerecht werdend, dominiert in den meisten Bildern die Farbe Rot: «Rot im Bild, Rot im Raum, ein Dialog mit der Farbe Rot», hält der Künstler auf einem Informationsblatt zur Ausstellung fest. Die Farbe Rot sei «vital, vermittelt Mut und Tatkraft und droht, den Raum zu überfluten». Die Besucher folgen der Performance gebannt. Ebenso einfühlsam wie diskret vom Musiker Dieter Buchwalder auf klingenden Gläsern und auf dem Chalumeau musikalisch begleitet. Blockey, aus Edinburg stammend, in Münchenstein arbeitend und in Basel wohnend, hat schon zahlreiche, viel beachtete Ausstellungen realisiert, so bereits 1990 im «Brauereichäller», aber auch in Basel, Lausanne und in zahlreichen andern Orten in der ganzen Schweiz. Seit 1989 ist er als freischaffender Künstler, aber auch als Dozent für Malerei und Druckgrafik tätig.

Die Ausstellung mit Werken von Charles Blockey im Kulturforum «Alts Schlachthuus» ist bis 9. Dezember zu sehen.

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