Rosen statt Rasen im Schlossgarten
Nach einer zweijährigen Planungsphase kann die Burgerkorporation Zwingen den Rosengarten beim Schloss endlich neu gestalten. Die Baubewilligung für die Rosenbeete liegt vor. Mit dem Projekt setzt die Burgerkorporation ihr langjähriges Engagement für das Schlossareal fort.

Zwingen
Einst, als das Schloss Zwingen noch der Papierfabrik gehörte, baute sich deren Direktor einen Betonpool in «seinen Schlossgarten», immerhin residierte er im Schloss. So etwas wäre heute nicht mehr möglich. Die kantonale Denkmalpflege prüft genau, welche Veränderungen auf denkmalgeschütztem Boden geplant sind. Dies musste auch die Burgerkorporation Zwingen erfahren. Im September 2024, bewilligt durch die Gemeindeversammlung, übernahm sie im Baurecht von der Gemeinde Zwingen den heute öffentlich zugänglichen Schlossgarten. Die Burger planten, die mit einer Mauer umgebene Parzelle — hauptsächlich Wiese — zu verschönern und ihrem Namen «Rosengarten» gerecht zu werden. Im Dezember 2024 wurde durch die Burgerversammlung dem Baukredit von 220000 Franken für den Umbau des Rosengartens zugestimmt. «Nach zwei Jahren hin und her mit dem Gartenbauarchitekten Daniel Möri und der Denkmalpflege und Archäologie haben wir nun endlich die Baubewilligung. Am 14. August ist Spatenstich», erzählt Fridolin Scherrer, Präsident der Burgerkorporation. «Die Kantonale Denkmalpflege hat uns leider untersagt, die vier geplanten Rosenbogen aufzustellen. Dafür müssen wir auf Vorlage der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) ein Sicherheitsgeländer auf der Mauer anbringen», ergänzt der ehemalige Burgerpräsident Karl Hueber. Vorgesehen ist zudem ein offener Pavillon aus heimischem Lärchenholz mit einer Fläche von 20 Quadratmetern — ein sogenanntes Lusthäuschen. Hier steht die Bewilligung noch aus. Doch die Burger sind zuversichtlich, diese zu erhalten.
Bereits Ramsteinerturm und Kräutergarten renoviert
Bereits im Jahre 1998 übernahmen die Burger den Ramsteinerturm, der für private Anlässe gemietet werden kann, und den Kräutergarten mit einem 100-jährigen Baurecht. Die Umbau- und Renovationsarbeiten beliefen sich damals auf rund 800000 Franken. Im Jahre 2018 wurde unter der Leitung vom Möri die Gartenanlage in die jetzige Form umgebaut. Der Kräutergarten wird heute von rund zehn Frauen gepflegt und unterhalten. Dort lädt Scherrer seit 2018 bei schönem Wetter jeden ersten Freitag im Monat zum Grillabend ein. Alle sind willkommen und dürfen ihre mitgebrachte Grillade auf den Grill legen und den Abend im Kräutergarten geniessen. Das Angebot werde oft von bis zu 40 Personen genutzt, erzählt Scherrer. Ebenso bietet er Führungen im Schloss an. Dabei geht es nicht nur um das Schloss. Der Zwingner weiss viel über das Dorf und berichtet darüber mit Leidenschaft — mit gleicher Leidenschaft, wie er sich im Moment um die grosse Rotbuche im Rosengarten kümmert. In dieser trockenen Zeit geht er sie täglich bewässern.
Die Burgerkorporation engagiert sich somit schon seit Jahren mit viel Herzblut für das Schlossareal. «Wir sind stolz darauf, einen grossen Beitrag zur Erhaltung und Aufwertung unseres Schlosses geleistet zu haben», erklärt Hueber. Scherrer fügt an: «In früheren Jahren hatten wir noch verrücktere Ideen, was das Schloss anbelangt. Ein Restaurant zuoberst im Schlossturm war eine davon.» Realisiert aus dieser Vision wurde die Restaurierung des unteren Teils des Turms und der ehemaligen Militärkirche in einen Weinkeller für die eigene Rebzunft. Das Projekt wurde durch den Architekten Markus Jermann geplant und begleitet. Was rund ums Schloss noch realisiert werden kann, wird sich zeigen. Nicht nur den Burgern liegt dieses am Herzen, auch der Schlossverein Zwingen hat noch Ideen. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe des «Wochenblattes».


