150 Jahre Herz-Jesu-Chor in Text, Bild und mit viel Humor
Der Herz-Jesu-Chor Laufen hat zu seinem runden Geburtstag eine kurzweilige Chronik seiner 150-jährigen Geschichte erstellen lassen.
Laufen
«Kirchenchorchronik» pannenfrei auszusprechen, ist nicht möglich. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn über das knapp 80 Seiten starke Büchlein im fröhlichen gelben Einband lässt sich auch ohne Zungenbrecher berichten. 1876 wurde der Chor erstmals erwähnt und feiert dieses Jahr seinen 150. Geburtstag. Die Öffentlichkeit hat er mit der musikalischen Umrahmung des Pfingstgottesdiensts bereits beschenkt. Nun folgt zum Abschluss des Jubiläumsjahrs eine Chronik, mit der sich das Geburtstagskind primär und verdientermassen selbst ein bleibendes Geschenk ausrichtet.
Präsidentin Susanne Stalder begrüsste vergangenen Freitag in Laufen rund 30 Aktiv- und Ehrenmitglieder sowie zwei Dirigenten zur Vernissage. Die Publikation soll als Rückblick die Vergangenheit abbilden, wichtiger aber, als Ausblick die Begeisterung für das Singen in die Zukunft führen. Das im Frühjahr 2026 erarbeitete Konzept verwarf die Idee einer historisch-wissenschaftlichen Arbeit. Im Zentrum sollten vielmehr die Menschen und das Vereinsleben stehen, die Texte durften mit Humor gespickt sein.
Linard Candreia, der selber im Chor mitsingt, hat die Nase tief in alte Protokollbücher gesteckt, Berichte aus alten Zeitungen und Jahrbüchern beigezogen und, wo Lücken blieben, mit aktiven und ehemaligen Sängerinnen und Sängern gesprochen. Herausgekommen ist ein unterhaltsames Dokument, das nicht nur den musikalischen Werdegang abbildet, sondern ganz besonders das Vereinsleben. Dazu gehört auch das nicht immer geschmeidige Miteinander der Menschen dies- und jenseits des Dirigentenpults. So wähnte sich ein Dirigent nach einem Jahr noch immer am falschen Platz und setzte sein Demissionsschreiben auf — und verwarf es dennoch für die nächsten 20 Jahre. Auch die Mühen der Dirigenten mit den unpünktlichen Laufnern wurden mehrfach in den Protokollen erwähnt. Heute lässt sich über die sprachliche Strenge der Aufzeichnungen genauso schmunzeln wie über die liebevollen Schilderungen der Chorreisen. So wurden einmal für den Besuch eines Freilichttheaters kurzerhand die Hotelbettdecken zweckentfremdet, um das Spektakel bequem und warm verfolgen zu können.
Die von Kirchenratspräsidentin Marlen Candreia vorgelesenen Passagen mit Originalzitaten aus den Protokollbüchern lösten wiederholt saalweites Gelächter aus. Auch Dirigent Reiner Schneider-Waterberg und sein direkter Vorgänger Isidor Lombriser schmunzelten ob der Passagen, in welchen die akzentuierten Persönlichkeiten der früheren musikalischen Leiter prägnant geschildert werden.
Die Chronik, welche lediglich in einer Auflage von 150 Stück erscheint, erfüllt die Erwartung von der ersten bis zur letzten Seite und darüber hinaus auf dem von Bettina Tschanz-Durandi gestalteten Ein-band. So war es nicht erstaunlich, dass das gemeinsame Blättern, Erinnern und Lachen den Abend füllten.








