Hohe Pünktlichkeit auf der Strecke Laufen — Basel
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember verkehren zwischen Laufen und Basel mehr Züge. Das «Wochenblatt» hat bei BLS und SBB nach Pünktlichkeit und Zugausfällen gefragt. Für den neuen IR56 liegen detaillierte Zahlen vor.

Laufen
Ärgerlich ist es allemal: Man steht am Bahnhof, hat einen Termin und dann kommt die Durchsage, dass der Zug ausfällt. Oder er fährt zwar, trifft aber mit Verspätung ein. Doch wie häufig kommt das auf der Strecke zwischen Laufen und Basel tatsächlich vor? Das «Wochenblatt» hat bei BLS und SBB nachgefragt und eine erste Bilanz seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 gezogen. Damals wurde das Bahnangebot zwischen Laufen und Basel ausgebaut. Seither verkehrt neben dem IC51 der SBB stündlich der IR56 der BLS zwischen Biel und Basel über Delémont und Laufen. Damit besteht zwischen Laufen und Basel zweimal pro Stunde eine direkte Fernverkehrsverbindung. Die BLS hat den Zeitraum vom Fahrplanwechsel bis Ende Juli ausgewertet.
97,1 Prozent pünktlich in Laufen
Die Pünktlichkeit der gesamten Linie IR56 lag bei 97,1 Prozent, bei der Ankunft in Basel SBB bei 97,8 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug in der Schweiz, wenn er nicht mehr als drei Minuten Verspätung hat.
Auch bei der Ankunft in Laufen aus Richtung Delémont betrug die Pünktlichkeit 97,1 Prozent. 95 Prozent der Züge erreichten Laufen mit maximal einer Minute und 40 Sekunden Verspätung. Die Monatswerte lagen zwischen 94,1 Prozent im Juni und 98,6 Prozent im Mai. Im Juli betrug die Pünktlichkeit 98 Prozent.
Die BLS spricht von «sehr guten Werten». «Unsere Erwartungen fürs erste Jahr wurden übertroffen», sagt BLS-Mediensprecher Colin Cuvit. Dies trotz der teilweise einspurigen Strecke und einer sehr kurzen Wendezeit in Delémont beim IR56 sowie beim IC51. Weitergehende Massnahmen zur Verbesserung der Zuverlässigkeit seien derzeit nicht vorgesehen.
Ausfälle durch Störungen und Bauarbeiten
Zwischen dem Fahrplanwechsel und Ende Juli registrierte die BLS 75 ungeplante Zugausfälle auf dem gesamten Zuglauf des IR56. Als Gründe nennt sie unter anderem Personenunfälle, Störungen an der Bahnanlage, Fahrzeugstörungen und kurzfristige Ausfälle des Lokpersonals. Wie viele dieser Ausfälle den Abschnitt Laufen – Basel betrafen, lässt sich laut BLS nicht mehr genau feststellen. Weitere 98 Ausfälle waren auf geplante Bauarbeiten zurückzuführen. Zwölf davon betrafen Arbeiten im Bahnhof Delémont. Die übrigen 86 Ausfälle erfolgten zwischen Laufen und Basel SBB. Allein auf ein Unterhaltsfenster zwischen Aesch und Laufen entfielen 30, auf den Ersatz der Birsbrücken in Münchenstein 28 Ausfälle.
Der IR56 wird von der BLS betrieben, während IC51 und S3 von der SBB geführt werden. Gleichzeitig ist die SBB Infrastrukturbetreiberin der Strecke. Je nach Ursache einer Störung sind damit unterschiedliche Unternehmen zuständig.
Keine konkreten Zahlen von der SBB
Für S3 und IC51 nennt die SBB auf Anfrage keine konkreten Zahlen. Sie bezeichnet deren Pünktlichkeit als «sehr gut» und die Anzahl der Ausfälle als «unauffällig» und im normalen Bereich. Einen Vergleich mit dem Vorjahr erachtet sie aufgrund des umfangreichen Angebotsausbaus mit dem Fahrplanwechsel als nicht aussagekräftig.


