Das Omeli ist 100 Jahre alt
Der Feuerwehrverein Laufen Stadt feiert am Oldtimer-Träff den Geburtstag seiner geschichtsträchtigen Saurer Automobilspritze — dem ältesten funktionsfähigen Exemplar der Schweiz. Mit diesem heutigen Urgestein meisterte die Stadt einst den Sprung in die Moderne.
Laufen
«Denn es ist Sommer und was ist schon dabei?» Jürgen Drews’ schummriger Schlagersound hallt über den Pflasterstein, begleitet von brummelnden Oldtimermotoren. Der Sänger beugt sich auf der kleinen Bühne am Rathausplatz hinter sein Mikrofon. «100 Jahre Omeli», steht auf seinem blauen Helfer-Polo. Lange Tische mit edlem Gedeck wurden unter dem Festzelt aufgestellt und durch das Obertor tröpfeln immer mehr Schaulustige an diesem Sonntagvormittag ins Laufner Stedtli.
Denn der Feuerwehrverein der Stadt Laufen, der den alljährlichen Oldtimer-Träff zusammen mit dem Schweizerischen Motor-Veteranen-Club Sektion Nordwest organisiert, feiert gleichzeitig den Geburtstag seines Herzstücks: Das Omeli — die Saurer Vierzylinder-Automobilspritze von 1926 — ist die älteste noch fahrbare und funktionsfähige Automobilspritze der Schweiz. 40 Jahre stand sie im Dienst der Stadt.
Regierungsrat mit glänzenden Augen
Zierlich wirkt das dunkelrote Urgestein mit dem wuchtigen Kühlergrill und der Schlauchrolle am Heck neben den anderen Feuerwehr-Oldtimern, die vor dem Stadthaus in der Sonne blitzen. Das ganze Stedtli ist gesäumt von feinsäuberlich polierten und parkierten Oldtimern; vom hellblauen VW-Käfer aus den Siebzigerjahren bis zum ausladenden britischen Klassiker Alvis TA14 Woody mit ikonischem Holzaufbau. «Dieser hier ist am schönsten», meint ein Besucher zu seinem Kollegen, während sie die Speichenfelgen des 1926 Ford Sedan Model A bestaunen. Eine Menschentraube bildet sich vor dem kleinen roten «MG P-Type»- Sportwagen, der sich in einer Ecke an der Viehmarkgasse versteckt hält. Ein «Zu verkaufen»-Schild mit Telefonnummer klebt an dessen schwarzem Lederpolster. «Wird nicht ganz billig sein», hört man jemanden murmeln.
Die Politiker im Anzug und Schlips stechen unter den Oldtimer-Fans in ihren karierten Hemden und Route-66-Shirts noch mehr hervor als die fleissigen Verkehrskadetten in ihren leicht übergrossen Leuchtwesten. «Ich fuhr einmal einen Ford Mustang. Und einen Volvo B18. Der galt damals aber noch nicht als Oldtimer», meint der Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber lachend, ehe er sich an der Seite von Stadtpräsident Pascal Bolliger den Weg durch die Menge zum Apéro bahnt. Auch Landratspräsident Andreas Dürr und Vize-Stadtpräsident Mathias Christ warten in Schale dem Omeli-Geburtstag auf.
Neues Jubiläumsbuch zum Omeli
«Ein Jahrhundert ist vergangen, seit unser legendäres Omeli zum ersten Mal im Stedtli auffuhr», erzählt Andreas Frey, Präsident des Feuerwehrvereins. Dass die Stadt Laufen das Gefährt damals für 32000 Franken anschaffte, war ein Meilenstein. Um die Spritze zu erhalten und zu pflegen, wurde der Feuerwehrverein 1980 überhaupt erst ins Leben gerufen. Und vor wenigen Wochen veröffentlichte das Ehrenmitglied Hansjörg Gygi ein Jubiläumsbuch für das Gefährt.






