Rock ist nicht tot
Das Gymnasium Laufental-Thierstein stand am Samstagabend ganz im Zeichen der harten Gitarren. Acht Rockbands aus der Region buhlten um die Gunst des Publikums.

Um kurz nach Mitternacht war die Bühne im Gymnasium Laufental-Thierstein mit Setlisten übersät. Acht regionale Gruppen hatten am Abend des vergangenen Samstags ihre Spuren hinterlassen. Seit Stunden spielte sich der Musiknachwuchs an der Gymi Rock Nite die Finger wund. Mit ihren Liedern bewiesen die Bands einmal mehr, dass die hiesige Rockszene äusserst lebendig ist.
Zu Beginn des Abends hatten die «Dynamites» die undankbare Aufgabe, den Konzertmarathon zu eröffnen. Das blutjunge Quartett liess die knapp achtzig Zuhörer mit geradlinigen Rocksongs zum ersten Mal aufhorchen. Trotz anfänglicher Nervosität vermochte die Band musikalisch zu überzeugen. Ihre schmissige Interpretation von Eric Claptons «Cocaine» weckte bei einigen älteren Semestern im Publikum Erinnerungen an die Jugendzeit.
Eben jene besangen «Running Jim» in ihren Stücken immer wieder. Der kurzweilige Auftritt der Pop-Punker strotzte nur so vor Nonchalance. Die wenigen Akkorde wurden mit Melodien wettgemacht, mit denen man sich oftmals in luftige Höhen wagte. Dabei gelang es der Gruppe, die eine oder andere kleine Hymne durch die Flure des Schulhauses erklingen zu lassen.
Dass auch ihre Lieder durchaus Potenzial haben, erkannten anschliessend «Lupus». Die fünfköpfige Band forderte das in der Zwischenzeit ein wenig geschrumpfte Publikum auf, sie bei ihrer Performance zu unterstützen. Eine Forderung, welcher viele der Konzertbesucher allzu gerne nachkamen. So wurden die Arme im Takt mitgeschwungen und voller Stolz auch einige Teufelshörner in die Höhe gehalten. Diese passten notabene ausgezeichnet zum pathosschwangeren Metal-Sound, der aus den Verstärkern dröhnte.
Beim folgenden Konzert von «The 4 Elements» füllte sich der Lichthof wieder. Die im Umfeld der Musikschule entstandene Band begeisterte mit virtuos gespielten Coverversionen von Rockklassikern. Vor Gitarrist Lukas Franz hatten sich etliche Bewunderer eingefunden, die dem Siebzehnjährigen genau auf die Finger schauten. Der Liesberger gilt als einer der begabtesten Musiker in der Region.
Auch mit seinem zweiten Steckenpferd, «The Restless», gelang es Franz, das Publikum in Bann zu ziehen. Zusammen mit zwei kongenialen Mitmusikern an Bass und Schlagzeug spielte er nun eigene Stücke. Auffallend bei diesen ist, dass sie sich stark an den Rock der Siebziger- und Achtzigerjahre anlehnen. Dies sei die Musik, die ihn am meisten beeinflusst habe, sagt der Gitarrist. «Vor allem, weil mein Vater immer Bands wie Jethro Tull gehört hat.»
Auch «The Möles», die neben Lukas Franz wohl auf die meisten Fans im Publikum zählen konnten, spielen klassische Rockmusik. Für den Musiklehrer Marc Welte, der die Gymi Rock Nite heuer zum vierten Mal organisierte, kommt dieser Trend in der regionalen Rocklandschaft nicht von ungefähr: «Im Youtube-Zeitalter spielt technisches Können in der Musik eine bedeutende Rolle. Schnelle Finger sind heute zweifellos wieder gefragt.» Gerade bei klassischem Rock sei es für die Gitarristen enorm wichtig, ausgefeilte Soli spielen zu können.
Dass in der Region aber auch deftigere Spielarten der Rockmusik gepflegt werden, demonstrierten «Scorched Soul». Mit ihrem durch Mark und Bein dringenden Death Metal liess die Band das Gymnasium in seinen Grundfesten erschüttern. Und sorgte damit für einen würdevollen Abschluss der diesjährigen Gymi Rock Nite.


