Riesentumult am Bahnhof

Wenn der Theaterverein Liesberg auf die Bühne tritt, ist Unterhaltung pur garantiert. Im Zweijahresrhythmus ist dies der Fall. Und übermorgen ist Premiere: «Es fährt kein Zug nach irgendwo», eine Komödie in zwei Akten, steht auf dem Programm.

Hoffnung auf Weiterfahrt: Businessfrau Elvira (Rita Ambühl) (l.) macht auf Psychopatin. Foto: Martin Staub

Ähnlichkeiten zu lebenden Personen und zum Dorf Liesberg seien rein zufällig, erklärt Kurt Schwarzentrub anlässlich der Hauptprobe vom letzten Sonntag. Der 71-Jährige kann nicht genau sagen, wie oft er schon bei den Liesberger Dorftheatern Regie geführt hat: «Sicher gegen fünfzehn Mal», schätzt er.

Aussergewöhnlich der Ort des Geschehens in der Komödie der deutschen ­Autorin Winnie Abel: «Es fährt kein Zug nach irgendwo» spielt — wo sonst? — auf einem Bahnhof, genauer in Unterendloch, dort, wo bis auf weiteres wohl kein Zug fährt. Nicolas Russi hat das Stück ins Schweizerdeutsche übersetzt. Die äusserst originelle und durchmischte Passagierbesetzung, die aufgrund ­einer technischen Störung an diesem ­Unort aussteigen musste, sorgt gute zwei Stunden lang für Tumult und Betrieb. Unterschiedlichste Charaktere liefern sich Wortgefechte, Pöbeleien, Ratschläge und Ideen zur nicht enden wollenden Durststrecke bis zum nächsten Zug, der dann auch nicht fährt. Eine Businessfrau (Rita Ambühl), eine Motivationstrainerin (Treja Schnell), eine Verschwörungstheoretikerin (Brigitta Oppliger), ein Ehepaar (Brigitte Meier, Martin Ambühl) sowie weitere Passagiere und das festfröhliche Frosch-Chörli sind auf ganz verschiedene Arten nicht sehr erfreut über den Zugausfall. Ein Nervenchaos sondergleichen nimmt seinen Lauf. Penner Willi (Jörg Schäfer), die britische Touristin Stacy (Lorena Odermatt) sowie Polizist Turi (Valentin Spring) und schliesslich eine gesuchte Psychopatin würzen die ganze Szenerie zur nahezu perfekten menschlichen Katastrophe.

Komödie mit Gesang

Musikalische Einlagen des Frosch-Chörlis (Larissa Schaad, Gerold Flury, Vreni Keiser, Peter Spring), mit Akkordeonbegleitung durch Christian Steiner, sorgen zusätzlich für Auflockerung und hieven die blosse Komödie fast zum «Singspiel». Passend zur jeweiligen Szene interpretieren die Sängerinnen und Sänger altbekannte Schlager wie beispielsweise «Es geht eine Träne auf Reisen», «Geh doch» oder «Die Liebe ist ein seltsames Spiel». Penner Willi, der sich diesen Bahnhof als sein Zuhause eingerichtet hat, bereichert mit seiner Mundharmonika und passenden Zweizeilern das Schauspiel zusätzlich.

Das kleine Publikum an der Hauptprobe zeigt sich am Ende begeistert. «Ein weiterer Volltreffer», findet eine Besucherin. Nebst der speziellen Inszenierung durch Regisseur Schwarzentrub zeichnet die schauspielerische Höchstleistung sämtlicher Akteure die gelungene Aufführung aus.

Übermorgen Samstag feiert das neue Stück des Theatervereins Liesberg in der Kulturhalle Seemättli Premiere. Unbedingt einen Platz reservieren.

«Es fährt kein Zug nach irgendwo»: Seemättli Liesberg; Sa, 22. März, und Sa, 29.März, 20 Uhr; So, 30. März, 15 Uhr; Fr, 4. April, und Sa, 5. April., 20 Uhr. Reservationen: 079 392 92 93, Mo-Fr, 13-14 und 19-20; Sa, 10-19.30 Uhr.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Begehrt: Der Kitschladen im Parterre zog vor allem Junge in seinen Bann.Fotos: Thomas Brunnschweiler
Laufental08.07.2026

Kitsch mit cleverer Unterfütterung

In der Museumsnacht vom 2. Juli konnte man im Museum Laufental erstmals die Sonderausstellung «Kitsch: Böse Dinge oder Seelenheil?» besuchen. Die professionell…
Vom Laufental nach Obterre: Thomas Neyerlin und Sibylle Lusis auf ihrem Campingplatz. Foto: zVg
Laufental08.07.2026

Der Traum vom eigenen Campingplatz

Thomas Neyerlin und Sibylle Luisi haben ihren Traum verwirklicht. Sie kündigten ihre sicheren Jobs, vermieteten ihr Haus und kauften einen Campingplatz in…
Noir & Gerber: Sympathisches Duo mit kongenialem Drummer.
Laufental08.07.2026

Blue Notes on the Rocks

Am letzten Samstag fand auf dem Helye-Platz der 19. Stedtli-Blues Laufen statt. Von 16 Uhr bis in die Nacht lösten sich die Ensembles ab. Dem…