Regionaler Käse aus nachhaltiger Produktion
Die Genossenschaft Bergkäserei Spitzenbühl wurde im April 2013 gegründet mit dem Zweck, die vor Ort produzierte Milch zu übernehmen, zu verarbeiten und im Abonnement zu vertreiben. Diesen Sommer soll nun die Produktion in der neuen Käserei starten.

Die Kuh Marisa dürfte wohl die einzige ihrer Art sein, die auf Facebook einen eigenen Account hat. Marisa lebt auf dem Hof Spitzenbühl bei Liesberg. Das Besondere an dieser Kuh und ihren Stallkolleginnen sind ihre Hörner. Denn drei von vier Kühen in der Schweiz sind unterdessen ohne Hörner unterwegs, weil dies die Haltung angeblich erleichtert. Hörner sind für den sozialen Verband unter den Tieren aber wichtig. Und erste Forschungsergebnisse zeigten, dass sich die Hörner sogar auf die Zusammensetzung der Milch auswirken können, wie es auf der Homepage des Hofes heisst. Alle Kühe auf dem Spitzenbühl sind noch im Besitz ihrer Hörner. Darauf legen die Betreiber Florian und Evelyn Buchwalder grossen Wert.
Schon seit mehreren Jahren vertreiben die beiden erfolgreich ihre Rohmilchprodukte aus biologischer Tierhaltung. Dazu zählen verschiedene Hart- und Frischkäsesorten, Joghurt, Quark und natürlich die Rohmilch selbst. Seit zwei Jahren sind die Produkte auch in einem Abo erhältlich. Entsprechende Depotstellen zur Abholung gibt es bereits in Laufen, Liesberg und Röschenz. Weitere könnten dazukommen, sollten sich mehrere Personen aus einer Gemeinde für ein Abo entscheiden. Sogar in Basel gibt es bereits Interessenten für die Produkte vom Spitzenbühl. Damit sich Lieferungen nach Basel lohnen, müssten aber noch ein paar Neuabonnenten hinzukommen, erklärt Evelyn Buchwalder.
Mit dem Bau der neuen Käserei soll das Angebot ausgebaut werden. Mehr als 200 Abonnenten aus der ganzen Region könnten dereinst beliefert werden. Bereits heute können aber Abos abgeschlossen werden, die sich auf der Homepage bequem zusammenstellen lassen. Fertig werden soll die neue Käserei bis spätestens diesen Sommer und zwar als erst zweite ihrer Art im ganzen Kanton Baselland.
Die Nähe zum Konsumenten und die kurzen Transportwege seien für sie von Anfang an ein grosses Anliegen gewesen, sagt Evelyn Buchwalder. Mit dem Milchprodukteabo würden denn auch Leute angesprochen, für die diese Nähe und die Nachhaltigkeit ebenfalls wichtige Themen seien. Zurzeit leben 20 behornte Milchkühe auf dem Spitzenbühl. Mit dem eigenen Weideland sei es somit möglich, die Tiere ohne Zukauf von Futter zu ernähren. Und so soll es auch bleiben, sagt Buchwalder weiter. Es sei nicht ihre Absicht, zu wachsen. Einziges Ziel sei es, in Zukunft die Milch in der hofeigenen Käserei vollständig zu verarbeiten.


