Regierungsrat trifft Roggenburg

Finanzausgleich und Motocross kamen zur Sprache. Das Gespräch zwischen dem Regierungsrat und den Behörden von Roggenburg war aber nicht formell.

Eine Stunde dauerte die Autofahrt von Liestal nach Roggenburg, stellte Regierungspräsident Isaac Reber beim Besuch der westlichsten Gemeinde des Baselbietes fest. Es ist nicht sein erster Besuch in Roggenburg. Vor zwei Jahren hatte er sich die Motocross-Rennen angeschaut und spricht dem internationalen Anlass sogar seine Unterstützung zu, auch wenn Parteikollegen von ihm, den Motorenlärm schon längst abstellen wollten. «Ich war nie für ein Verbot», betonte Reber am Dienstagabend im Roggenburger Gemeindesaal. Das grosse Engagement aller Einwohner für ihren Anlass habe ihn damals sehr beeindruckt. Letztlich habe er aber Roggenburg ausgesucht für die alljährliche Reise der Regierung in eine Baselbieter Gemeinde, weil das Laufental in diesem Jahr sein Jubiläum hat «20 Jahre Baselland».

Das Treffen zwischen dem Regierungsrat und den Roggenburger Behördenmitgliedern sei ein lockerer Meinungsaustausch ohne Traktandenliste, betonte Reber. Gemeindepräsident Peter Hufschmid zeigte sich trotzdem zuversichtlich, dass die Regierung durch ihren Besuch verständnisvoller werde für Roggenburgs Hauptanliegen. «Nämlich die Kantonsgelder nicht zu kürzen. Wir sind auf die Unterstützung aus dem Finanzausgleich angewiesen», so Hufschmid. Als Exklave habe Roggenburg kaum Möglichkeiten, durch Verbundslösungen Einsparungen zu erzielen. Im Gegenteil, gerade der Abbau im Bildungsangebot würde die Gemeinde schwächen, anstatt das Steueraufkommen zu stärken. Die Schule sei ein grosser Ausgabenposten, doch sie sei in der Aussicht auf gute Steuerzahler und ausgeglichene Altersstruktur unentbehrlich, gab Hufschmid zu bedenken und erinnerte daran, dass in Roggenburg die ehrenamtliche Aufgabenerfüllung nach wie vor sehr gut funktioniere und günstiger sei als teure Professionalisierungen. Die Verlagerung der Schule käme nicht billiger, denn die Partnergemeinde möchte ja Schulgeld und es gäbe Transportkosten.

Mit 290 Einwohnern zählt Roggenburg zu einer der kleinsten Gemeinden des Baselbiets. Doch bei der Fläche müsse man für dieselbe Grösse besorgt sein wie Gemeinden mit 10000 Einwohnern – und den Wald zu pflegen, sei aufwändig, so Hufschmid. Reber machte keine Zusagen, gab aber auch zu verstehen, dass die Baselbieter Regierung manchmal in besonderen Ausnahmen Speziallösungen ins Auge fasse.

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