Räbeli’s last Tango in Laufen

Am Schluss der Räbeli-Premiere erhob sich der ganze Saal zu Standing Ovations. «So ne Circus» bot schlicht Fasnachts-varieté total.

Stedtli-Zerstörung: Was können Nufer, Hamann, Wey und Chalon dagegen tun?  Foto: Kurt Hamann
Stedtli-Zerstörung: Was können Nufer, Hamann, Wey und Chalon dagegen tun? Foto: Kurt Hamann

Die Sonne scheint nie so schön, wie wenn sie untergeht», sagt ein Sprichwort. Nun ging das Räbeli natürlich nicht unter, im Gegenteil, an der Premiere vom Samstag ging es hoch zu und her unter dem Zirkuszelt. Der mit dem wachsenden Erwartungsdruck verbundene Aufwand brachte die Räbeli-Macher aber an ihre Grenzen, weshalb mit dieser 13. Auflage nun fertig lustig ist. Die Premiere bot mit ihren bunt wechselnden Zirkusnummern Fasnachtsvarieté total. Echte Zirkusluft versprühte Clown Roli, Laufner Urgestein, der diesmal ohne Gaston, dafür mit Räbeli-Assistenz seine Spässe trieb. So entführte der Stargast eine Schlafwandlerin oder rettete in einer Zaubernummer von einer flatternden Taube immerhin noch die Federn. Auch seine Hypnose ging in die Hose, aber das begeisterte Publikum war aus dem Häuschen. Alt Stadtpräsidentin Brigitte Bos, der andere Stargast, konnte wegen Amtszeitbeschränkung dem richtigen Zirkusdirektor Rainer Meyer den Direktorenposten nur wenige Minuten lang streitig machen. Elegant liess dieser «en français» in einer Rössli-Dressur les Dames Kern et Nufer, Mademoiselle Käthi et les Messieurs Tschan et Thomas du Central tanzen. Erstaunlich, wie diese auf «allez», «tournez» oder «à genou» gehorchten. «Rossbolle-Sammler» Patrik Hänggi blieb es vorbehalten, die Arena ein letztes Mal zu säubern, über seinen Job zu sinnieren und mit einem feinen Rössli-Stumpen Abschied zu nehmen.

Messerwerfer war umwerfend
Was Messerwerfer Hugi «vo obe abe» und seine Assistentin Hedi mit ihrem Zielobjekt Jeannette Gerster trieben, war umwerfend und zum Brüllen. «Y mach d Auge zue», versprach Hugi und hantierte mit dem Messer von der letzten Metzgete. Doch die Pause rettete das Jeannettli «mit dr guete Figuur zum Anestoo». Noch mehr brüllte das Publikum, als Roger Chalon mit Regenmantel und Schal in der Arena herumfurzte und «Kamerädli Meierli» zähnebleckend seine Mähne schüttelte. Diesmal als Superman: «Y haa lang gnueg für’s Räbeli dr Gloon gmacht!»

Fasnacht und Musik Hand in Hand
Fasnachtsmusik vom Feinsten boten die Pfluderi Fäger mit dem «Luuser», dem Trommelmarsch «S Ysebähnli» und einem Zirkus-Medley auf den Piccolos. Die Chummerbuebe schränzten herrlich «O mein Papa», während das Hausorchester unter Steve Grütter klassischen Zirkus- und futuristischen I-Phone-Sound bot. Grosse Sympathien holten sich Raphi und Jölle als (sym)badische Köche Heinz und Thomy mit ihren musikalischen Gourmet-Intermezzi über Laufen. Ja, und dann war tatsächlich fertig lustig: «O Räbeli war eine wunderbare Schau», zogen Corinne Waldner und Steve Grütter zur Melodie «O mein Papa» einen (vorläufigen) Schlussstrich unter ein Stück Fasnachtsgeschichte.

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