Pražáks Spuren im Laufental

Cenek Pražák hat das kulturelle Leben im Laufental stark geprägt: Er war im Jahr 1973 Mitbegründer des Orchesters Laufental-Thierstein, er stellte seine Werke unter anderem im damaligen Kulturzentrum «Brauerei-Chäller» aus, war Förderer und Mentor junger Kunst und realisierte Kunst-am-Bau-Projekte in und an verschiedenen Gebäuden in Laufen und Umgebung.

Der Künstler: Cenek Pražák. Foto: zvg
Der Künstler: Cenek Pražák. Foto: zvg

 

«Zwischenzeit», organisiert und kuratiert von Nicole Ackermann Pearce

Der Ausstellungstitel «Zwischenzeit» spielt mit zwei Referenzpunkten: Einerseits bezieht sich «Zwischenzeit» auf den Zeitpunkt der Ausstellung im Jahr 2015, das zwischen den beiden «Jubiäumsjahren» 2014 und 2016 liegt: Pražáks 100. Geburtstag und der 20. Todestag. Andererseits steht das Wort «Zwischenzeit» für eine Bestandesaufnahme: Was ist in der Zwischenzeit – insbesondere den vergangenen 20 Jahren – geschehen? Was Pražáks Kunst-am-Bau-Werke in Laufen angeht, so stellen wir zum Teil Vernachlässigung, Verbauung, oder gar Zerstörung fest. Letzteres ist ein definitiver Verlust. Geht hier Kulturgut durch Unwissenheit oder durch Gleichgültigkeit verloren? Die Ausstellung ist dennoch nicht als Anklage zu verstehen. Es ist eine Feier. Wir feiern einen kleinen Teil des umfangreichen Werkes eines eigenwilligen Künstlers, der in seiner neuen Heimat Schweiz seinen ganz eigenen, kompromisslosen Weg gehen konnte. Idee und Anstoss für eine Ausstellung im KSBL Laufen um den 100. Geburtstag des Künstlers zu würdigen kam vom Orchester Laufental-Thierstein, das die Eröffnung der Ausstellung mit einem musikalischen Beitrag umrahmen wird.

Mensch und Künstler

Im Kulturzentrum «alts schlachthuus» Laufen findet am Donnerstag 3. September, um 20.30 Uhr, die Schweizer Premiere des Dokumentarfilms über Cenek Pražák statt. Der Film entstand 1993 im Auftrag des tschechischen Nationalfernsehens und wurde von Regisseur Jirí Havrda eigens zu diesem Anlass mit deutschen Untertiteln versehen. Dieser Film zeigt den Menschen Pražák, dies im Gegensatz zum Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens, der den Künstler Pražák vorstellte (entstanden im Jahr 1992 in Zusammenarbeit mit 3Sat, Regie führte Anne Cuneo).

Lücken in der Kunstgeschichte

2014 wurde die Webseite cenekprazak.com geschaffen, um Informationen über das Leben und Werk des Künstlers einem internationalen Publikum zugänglich zu machen. Damit soll auch eine wichtige Lücke tschechischer Kunstgeschichte gefüllt werden, die geprägt ist von den Folgen der sowjetischen Besatzung.

Nicole Ackermann Pearce, Schülerin des Künstlers

 

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