Poetische Reise zum Mond
Das Figurentheater Felucca und Les Embrassadeurs erzählten eine Geschichte über Neugierde und den Mut, sich im Leben auch einmal überraschen zu lassen und Neues zu wagen.

Wie wohl der Mond zu seinem Mondgesicht gekommen sein mag? Die abenteuerliche Geschichte hinter dieser Frage, erzählte das Figurentheater Felucca und Les Embrassadeurs in ihrem poetischen Stück «Der Mond im Koffer», welches letzten Sonntag im Kulturzenrum Alts Schlachthuus aufgeführt wurde. Für die wunderbare Geschichte verantwortlich ist Juna Pendula, welche mit ihrem «Zügs und Sache Theater» auf ihren rollenden Figurenkisten seit vielen Jahren unterwegs ist. Unzählige Geschichten hat sie ihrem Publikum bereits erzählt. Und sie ist sich sicher, dass es keine Geschichte gibt, welche sie nicht erzählen kann.
Da trifft sie auf die quirlige Sternenputzerin und Musikantin Lily Wisch. Und diese hätte gerne einen Beweis für das Erzähltalent von Juna Pendula. Und so begibt sie sich mit der selbstsicheren Juna Pendula auf eine spannende Reise. Gemeinsam spinnen sie die Geschichte um das kleine Mondgesicht, welches nichts lieber möchte, als zu strahlen wie der Mond. Das ist aber gar nicht so einfach. Auf seinem Weg trifft das Mondgesicht auf eine weise Eule, das einsame Drakordeon, fürsorgliche Fischer und den lustigen Troubadour Jeremy. Ausserdem badet das Mondgesicht in einer Blumenschale voller Mondlicht. Mit der liebenswerten Figur des kleinen Mondgesichtes trifft das Ensemble voll ins Schwarze. Kinder schliessen das verschmitzte Milchgesicht sogleich ins Herz und auch Erwachsene erliegen dem Charme des mutigen kleinen Kerls auf der Stelle. Das Akkordeon, welches sich innert kürzester Zeit in das Drakordeon verwandelt oder der singende Vogel Jeremy machen das Stück zu einem tollen Erlebnis für Jung und Alt. Es ist eine Geschichte über Neugierde und den Mut, sich im Leben auch einmal überraschen zu lassen und Neues zu wagen. Das Stück wartet mit einem Happy End auf. Das kleine Mondgesicht und der Mond verlieben sich nämlich ineinander und bleiben für immer unzertrennlich.
Die Figurenspielerin Véronique Winter und die Schauspielerin und Musikerin Anette Stickel hauchen ihren Puppen und Figuren auf wunderbare Weise Leben ein. Und auch wenn am letzten Sonntag bedauerlicherweise nicht sehr viel Publikum im Schlachthaus anzutreffen war, verliess wohl jeder einzelne die Vorstellung mit einem guten Gefühl und wird in den kommenden Nächten den Mond mit etwas anderen Augen betrachten.


