Originelles vom Dachboden

Zum jährlichen Martini-Treffen im Museum Laufental stellten Pierre Gürtler und Reinhold Lutz Objekte aus, die in Lagern und Kammern vor sich hinschlummerten.

Krippe des Schweizergardisten August Benedikt Kunz: Enkelin Odile Ganter schenkte dieselbe dem Museum; rechts Mitglied Reinhold Lutz   Foto: Jürg Jeanloz
Krippe des Schweizergardisten August Benedikt Kunz: Enkelin Odile Ganter schenkte dieselbe dem Museum; rechts Mitglied Reinhold Lutz Foto: Jürg Jeanloz

Es ist erstaunlich, was sich in den letzten siebzig Jahren im Museum Laufental angesammelt hat. Pierre Gürtler und Reinhold Lutz haben sich den Fundus vorgenommen und im ersten Stock des Museums eine Sonderausstellung auf die Beine gestellt, die museale Feinheiten ans Tageslicht förderten. «Eigentlich sind es unspektakuläre Objekte, aber jedes hat seine Geschichte», schilderte Gürtler an der Ausstellungseröffnung am Martini-Sonntag. Er habe selbst gestaunt, was sich da noch alles finden liess. Sogleich trat er an ein antikes Grammofon Marke Ariston 1910, drehte munter an der Kurbel und liess den Evergreen Mackie Messer ertönen. Es war, als ob die alten Zeiten wieder lebendig würden. Ein Dutzend weitere gelochte Platten lagen bereit, um ein veritables Konzert starten zu können. Bei einer lieblichen Krippe stand eine ältere Dame, die das Weihnachtssymbol dem Museum geschenkt hatte. Ihr Grossvater war Gardist gewesen und bastelte diese Krippe ihrer Enkelin. Im Laufe der Jahre hat sie immer wieder geschnitzte Holzfiguren dazugekauft. «Leiter, Holzbeige, Ziehbrunnen und vieles mehr habe ich selbst angefertigt», meinte Odile Ganter, die heute in Basel lebt. Sie habe ihren Grossvater August Benedikt Kunz verehrt und geliebt. Um sechs grössere Krippenfiguren aus dem Jahr 1923 rankt sich eine weitere schöne Geschichte. Dieselben werden jedes Jahr in der Herz-Jesu-Kirche in Laufen aufgestellt, sind aber nicht immer fachmännisch behandelt worden. Reinhold Lutz und zwei weitere Kollegen haben sich deshalb am letzten Christchindlimärt in die heiligen drei Könige verwandelt und mit freundlichem Zunicken und Verneigen Geld gesammelt. «1372.60 haben wir zusammengebracht», erzählt stolz Reinhold Lutz. Das habe einen schönen Batzen an die Restaurationskosten von 5500 Franken ergeben.

Zum Dank für die vielen freiwilligen Stunden lud der Museumsverein seine Gönner und Helfer zum Martini-Mahl ein. «Endlich können wir unsere Schulden mit einer bescheidenen Geste begleichen», sagte Museums-Interimpräsident Rolf Bolliger vor zahlreichen Gästen. Es gebe aber immer noch sehr viel zu tun, um das Museum auf Vordermann zu bringen.

Sonderausstellung im Museum Laufental am Helye-Platz in Laufen: Geöffnet jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16.30 Uhr.

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