Olten reicht bis nach Laufen

Auch in diesem Jahr fand ein Event der Oltner Kabarett-Tage in Laufen statt. Zwei Komiker-Duossorgten für Unterhaltung.

Leise Töne: Musik-Kabarett mit Simon&Jan. Fotos: Gaby Walther

Leise Töne: Musik-Kabarett mit Simon&Jan. Fotos: Gaby Walther

Gewinner der Sprungfeder 2016: Dominik Muheim, begleitet von Sanjiv Channa.

Gewinner der Sprungfeder 2016: Dominik Muheim, begleitet von Sanjiv Channa.

Vom 18. bis 28. Mai fanden die 29. Oltner Kabarett-Tage statt. Das Satire-Festival gilt als das grösste der Schweiz. Total haben rund 50 Künstler das Publikum unterhalten. Am Samstag standen auch zwei Künstlerduos in Laufen auf der Bühne. Dominik Muheim, der Castingsieger von 2015, hatte am Abend zuvor die Sprungfeder 2016 der Oltner Kabarett-Tage gewonnen. Der Slam-Poet distanzierte Hazel Brugger und Aydin Isik. Sein Stück «Plötzlich zmitzt drin!» ist ein Mix aus Poetry-Slam und Kabarett, verpackt in eine zusammenhängende Geschichte. Begleitet wurde der Baselbieter vom Perkussionisten Sanjiv Channa. Muheim erzählte Geschichten über das Erwachsenwerden und seine Erlebnisse als Junglehrer in einer verrückten Welt. Mal ruhig und poetisch, mal laut und absurd: «Und plötzlich bist du 22 Jahre alt und plötzlich bist du Lehrer und plötzlich stehst du mitten im Leben. Nun wird von dir erwartet, dass du wie ein erwachsener, vernünftiger Mensch handelst und dich der Gesellschaft anpasst, gleichzeitig wirst du aber auch als jung und unerfahren abgestempelt. Und eigentlich wolltest du doch Rockstar werden.» Muheim will nicht in erster Linie lustig sein, sondern Geschichten erzählen, in denen sich die Leute wiedererkennen. Er erzählte vom perfekten Markus, der immer alles richtig macht und von allen bewundert wird, und vom Roger, der immer alles falsch macht und mit dem niemand tauschen würde. Er erklärte seinen Traum als Lehrer, der die Welt verbessert, von den «unverdorbenen» Kindern und den Eltern, die ihn natürlich in seinem Unterricht «völlig unterstützen». Muheim berührte mit seinem feinen Humor und seiner sympathischen Art.

Ruhig und besinnlich, aber auf eine ganz andere Art ging es nach der Pause weiter. Simon & Jan – ihres Zeichens die Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2016 – zeigten hochkarätiges Musik-Kabarett. Die beiden Deutschen sind Meister der leisen Töne. Sie überzeugten im Gitarrenspiel und Harmoniegesang. Mit ebenso grossem Sinn für das Abgründige wie Alltägliche und genauem Blick auf dahinterliegende Wahrheiten sangen Simon Eickhoff und Jan Traphan auf höchstem musikalischem Niveau über kotzende Kaninchen und einen Jesus, der nach Esspapier schmeckt. Sie gingen dem Sinn des Lebens aus der Sicht aller Religionen auf den Grund und fragten schliesslich, wieso man nicht einfach das Leben hinnimmt. Die fein komponierten Stücke wirkten banal und überraschten doch mit unerwarteten Blickwinkeln. Die zwei optisch sehr unterschiedlichen Musiker begeisterten ihr Publikum dermassen, dass sie noch zwei Zugaben geben mussten.

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