Odermatt siegt im Schlussgang gegen Scherz
Adrian Odermatt aus Liesberg bezwingt vor rund 1500 Zuschauenden im Steinegg ob Himmelried im Schlussgang Valentin Scherz nach 126 Sekunden mit Übersprung und gewinnt das Fest nach 2024 zum zweiten Mal.

Schwingen
Das Einteilungskomitee sorgte schon im ersten Gang für Stimmung bei den Anwesenden. Valentin Scherz, mit vier Kränzen in dieser Saison die Hoffnung des organisierenden Schwingklubs Dorneck-Thierstein-Laufental, bekommt es gleich mit Adrian Odermatt, dem einzigen Eidgenossen am Start, zu tun. Nach dem Sieg von Scherz am Baselstädtischen im Frühling gab es jetzt keinen Sieger. «Ich fühlte mich gut, hatte auch keine Bedenken, dass ich verlieren würde. Einen Gestellten zum Auftakt gegen einen so starken Gegner kann man akzeptieren», sagte Scherz. Danach absolvierten die beiden ihre Aufgaben derart eindrücklich, dass sie sich im Schlussgang wieder gegenüberstanden. Beide gewannen ihre vier weiteren Kämpfe, beide dreimal mit der Maximalnote und einmal mit 9,75. Odermatt hatte jedoch die leicht besseren Gegner zu besiegen. Dennoch hätte ein Gestellter im Schlussgang beiden den Sieg gebracht. Davon wollten jedoch beide nichts wissen. Es war Odermatt, der etwas angriffiger war und gewann. «Ich hatte mir viel vorgenommen und wollte angreifen. Dann stand ich nicht ideal, rutschte leicht aus und schon hatte er mich erwischt», erklärt Scherz die frühe Entscheidung. «Ich war nicht ungeduldig, aber machte einen Fehler — das kann passieren.» Vielleicht stehen sich Scherz und Odermatt in einer Woche in Mümliswil am Nordwestschweizerischen wieder gegenüber. Der Liesberger Odermatt bewies seine gute Form, und dem Eidgenossen war anzusehen, dass ihm der zweite Sieg am Steinegg etwas bedeutet. «Es ist ein wunderschönes Fest, eine Art Heimfest, denn in Binningen, wo ich mit Bruder Jonas trainiere, haben wir kein eigenes Schwingfest.» Odermatt fühle sich hier speziell zu Hause, wie er sagte. «Mein Onkel ist im organisierenden Klub und heute haben meine Tante und Gotte mit dem Jodelklub gesungen», lacht der Hüne. Der Sieg sei wertvoll für das Selbstvertrauen. «Ich habe das beste Notenblatt, und das ist mir schon etwas wert», sagt der sympathische Sportler und führt Sieger-Rind Melody vom Platz.
«Ich sah als OK-Chef nicht viele Kämpfe», sagt Johann Scherrer, «aber bei einem Blick auf die Rangliste stellte ich fest, dass unsere Schwinger ein gutes Fest zeigten, und das freut mich.» Bei den Grussworten schloss Bauer Scherrer mit den Worten: «Und ich wünsche mir heute noch etwas Regen.» Kaum gesagt, begann es zu regnen. Lange hielt es nicht an und just zum Schlussgang schien wieder die Sonne. Mit Scherz auf Rang zwei, Niklaus Scherer (3), Marino Christ (5c), Dario Christ (6b) und Corsin Wohlgemuth (7c) hat der DTL gleich fünf Schwinger unter den Besten.
Bei den Jungschwingern gewann die Kategorie 2016 bis 2018 Martin Dummermuth aus Grenchen mit einem Sieg im Schlussgang gegen Michael Degen aus Bennwil. Die Kategorie 2013 bis 2015 gewann Lars Balmer aus Liesberg vom DTL mit Sieg gegen Luca Jenni aus Lampenberg. Die älteste Kategorie 2011 bis 2012 gewann Damian Bader aus Beinwil mit Sieg im Schlussgang gegen Michel Béguelin (4.) aus Welschenrohr. Hier kam Kevin Hofer aus Fehren auf Rang drei.
2027 dürfte es kein Steinegg Schwingfest geben, wie Scherrer erklärt. «Unser Schwingklub führt im Mai das Kantonale Schwingfest durch und wir dürften die personellen Ressourcen für zwei Anlässe vermutlich nicht haben. Wir besprechen das aber noch.»


