Bushof wird erneuert
Tausende Menschen nehmen am Bahnhof in Zwingen täglich den Bus. Das soll bald deutlich komfortabler möglich sein.
Zwingen
Der Bahnhof Zwingen ist eine wichtige Verkehrsdrehscheibe. Doch obwohl hier rund 3000 Menschen pro Tag den Bus oder den Zug nehmen, hinkt der Ort optisch und funktional seiner Bedeutung hinterher. Vieles wirkt improvisiert und aus der Zeit gefallen. Mit einem Bushof soll sich das Erscheinungsbild deutlich verändern.
Den Verantwortlichen beim Kanton Baselland ist das schmuddlige Image, das der Bahnhof in der Bevölkerung besitzt, durchaus bewusst. Zudem sind Veränderungen auch aus anderen Gründen nötig, wie aus dem Entwurf des Bauprojekts hervorgeht. «Der bestehende Bushof entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen», schreibt das Tiefbauamt. Der bauliche Zustand sei ungenügend und die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes würden derzeit lediglich mit zwei provisorischen Haltekanten erfüllt. «Auch der Komfort für die Buspassagiere und das Transportunternehmen ist ungenügend.» Ebenso lasse die Führung des Fussverkehrs zu wünschen übrig.
Obwohl der Kanton bereits von einem existierenden Bushof spricht, lässt sich die heutige unübersichtliche Situation in Zwingen kaum mit derjenigen in anderen Gemeinden vergleichen, die über einen überdachten Bushof mit barrierefreien Bushaltekanten verfügen. Dasselbe ist auch in Zwingen geplant: Der Bushof soll über drei nebeneinander liegende, überdachte und barrierefreie Bushaltekanten verfügen. Die Busse können diese direkt anfahren, ohne wie heute Wendemanöver vollziehen zu müssen.
Alle Perrons erhalten Sitzmöglichkeiten und elektronische Anzeigen. Zwei neue Treppen verbinden die Passwangstrasse mit Bahn- und Bushof. Zwei Grünflächen mit Bäumen und Sitzgelegenheiten sollen zudem den Bahnhofplatz aufwerten. Läuft alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten im dritten Quartal 2028 und die ersten Busse verlassen am Tag des Fahrplanwechsels Ende 2029 den Bushof.
Die Kosten für den Bau belaufen sich auf 5,4 Millionen Franken, die vollständig vom Kanton übernommen werden. Bei der Standortgemeinde Zwingen freut man sich auf die Aufhübschung. «Wir warten die Mitwirkung ab, bis wir weitere Schritte unternehmen», sagt der Gemeinderat Hans-Peter Gilgen. Diese dauert noch bis am kommenden Freitag. Bei der Gestaltung des Bushofs habe sich die Gemeinde gemäss Gilgen bereits zuvor mit dem Kanton ausgetauscht.
Für den Unterhalt des Bushofs wird teilweise die Gemeinde verantwortlich sein. Dazu gehört eine Veloabstellanlage für 70 Fahrräder. Simon Rüttimann, Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, schreibt auf Anfrage: «Die Veloabstellanlage soll auf der Parzelle der abgebrannten Garage gebaut werden. Diese befindet sich in Privatbesitz.» Der Bau der Anlage könne nur erfolgen, wenn die Grundeigentümerschaft dem Kanton die Parzelle verkauft. Ausserdem seien hier allfällige Altlastensanierungen zu berücksichtigen. «Diesbezügliche Abklärungen sind zurzeit in Arbeit.»
Aufwertung des Bahnhofs soll weitergehen
Die Anzahl der Parkplätze für Autos wird wiederum abnehmen. Im Entwurf des Bauprojekts heisst es: «Die heutige Anzahl der Auto-Parkfelder übersteigt den tatsächlichen Bedarf deutlich.» Mit dem Bau des Bushofs werde sie auf 45 reduziert.
In Zwingen entsteht nach Laufen, Liestal, Frenkendorf-Füllinsdorf, Sissach und Gelterkinden ein weiterer Bushof im Baselbiet. In Grellingen, Muttenz, Pratteln und Bottmingen werden neue oder erneuerte Bushöfe geplant. Nicht zu vergessen der bikantonale Bushof am Bahnhof Dornach-Arlesheim.
Geht es nach der Gemeinde Zwingen, soll mit dem Bushof die Verschönerung des Bahnhofs jedoch noch lange nicht abgeschlossen sein. «Wenn das Projekt für den Bushof steht, werden wir auf die SBB zugehen, denen ein grosser Teil des Bahnhofs gehört», kündigt Gilgen an. Nachdem die SBB vor einigen Jahren nach einer Anfrage der Gemeinde abgewinkt hatten, werde man es noch einmal versuchen. Für Gilgen ist klar: «Die vielen Holzgebäude am Bahnhof sind nicht wirklich schön.»


